08 November 2012 | Wirtschaft

Kempinski zieht sich zurück

Windhoek - Wie die O&L-Tochter Leisure Hotels and Lodges gestern schriftlich erklärte, trenne sich der Weg zwischen Ohlthaver & List und der Hotelgruppe Kempinski, welche die beiden O&L-Standorte Mokuti Lodge (am Etoscha-Nationalpark) und Mokuti Country Estate (bei Windhoek) betrieben hat. Das Ende der Partnerschaft sei im "gegenseitigen Einvernehmen" beschlossen worden, teilte O&L-Sprecherin Roux-che Locke auf AZ-Nachfrage mit.

Laut O&L-Vorstandschef Sven Thieme ist die globale Finanz- und Wirtschaftskrise der Grund für diese Entwicklung, die eine "riesige negative Auswirkung auf Geschäfte hatte, während sie die Tourismusbranche noch härter getroffen" habe. Bereits vor zwei Jahren wurde das Joint-Venture OLIFA aufgelöst, an dem O&L sowie IFA Hotels & Resorts beteiligt waren, weil letztere Firma durch die Krise in Finanzschwierigkeiten geraten war (AZ berichtete).

OLIFA sollte als Bauherr für zwei Hotelneubauten in Windhoek (100 bis 125 Zimmer) und Swakopmund (Ersetzen des Strandhotels mit 75 bis 85 Zimmern sowie 25 bis 30 Appartements) sowie die Renovierungen der Chobe King's Den Lodge im Caprivi und der Mokuti Lodge auftreten, während Kempinski die Einrichtungen auf 5-Sterne-Niveau betreiben sollte. So wurde es erstmals im Jahr 2007 von allen drei Partnern in Windhoek angekündigt, als ein Vertrag mit einem Volumen von 75 Millionen US$ präsentiert wurde. Bis heute wurde nur die Aufwertung der Mokuti Lodge umgesetzt und - ebenso wie das Midgard Country Estate - von Kempinski betrieben.

Der Rückzug von Kempinski habe keinen Einfluss auf die beiden Einrichtungen, die von O&L Leisure betrieben würden, erklärte Locke. Sucht man nach einem neuen Partner? "Nein, nicht zurzeit", fügte sie auf AZ-Nachfrage hinzu. Während der Hotelneubau in Windhoek angesichts der Wirtschaftssituation laut O&L längst "auf Eis gelegt" wurde, bleibt der Ersatz für das abgerissene Strandhotel in Swakopmund in der Schwebe. O&L sei dazu mit einer Revision des Geschäftsmodells beschäftigt und wolle danach eine entsprechende Ankündigung machen, heißt es.

In der hiesigen Tourismusbranche ist die Nachricht vom Kempinski-Rückzug gelassen aufgenommen worden. "Auch ohne Kempinski kann man internationales Geschäft anziehen", meinte Gitta Paetzold, Geschäftsführerin des Gastgewerbeverbandes HAN, auf AZ-Nachfrage. Sie sieht die O&L-Tochter Leisure "auf dem richtigen Weg". Kempinski sei mit zu großen Erwartungen nach Namibia gekommen, schätzt Bernd Schneider, Inhaber von Destination Travel, ein. Der Rückzug sei nun "keine Katastrophe", kommentierte er im AZ-Gespräch. Versuche, der AZ, den Kempinski-Präsidenten Wittwer in Genf/Schweiz und den Afrika-Verantwortlichen Eckhardt in Ajman/VAE für eine Stellungnahme zu erreichen, waren gestern nicht erfolgreich.

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