06 November 2019 | Lokales

Keine Zukunft ohne Nachwuchs

Förderverband AGDS und Deutscher Kulturrat sorgen sich um ihr Fortbestehen

Ihre Existenz ist zwar nicht akut gefährdet, allerdings macht sich die Arbeits- und Fördergemeinschaft Deutscher Schulvereine ernsthafte Gedanken um ihre Zukunft: Es fehlen Mitglieder und junges Blut. Ebenso ergeht es dem Deutschen Kulturrat, der vor einem Neuanfang steht.

Von Clemens von Alten und Claudia Reiter, Windhoek

Sich im namibischen Kontext für die deutsche Sprache und Kultur einzusetzen, ist das große Ziel. Doch zurzeit sind es Sorgen um die Nachfolge, die auf der Arbeits- und Fördergemeinschaft Deutscher Schulvereine (AGDS) und dem Deutschen Kulturrat (DKR) lasten: Die jüngeren Generationen müssen mit ins Boot geholt werden.

„Wir müssen versuchen, das Alter des Vorstandes zu reduzieren“, unterstrich der AGDS-Vorsitzende Hans-Joachim Böhme am Samstag bei der Jahreshauptversammlung in Windhoek. Mit ernster Miene ging er dabei auch auf die schrumpfenden Mitgliedszahlen ein und appellierte an alle deutschsprachigen Namibier der Vereinigung beizutreten: „Es ist eine sehr traurige, fast beschämende Bilanz, dass nicht einmal zwei Prozent der deutschen Sprachgruppe Namibias AGDS-Mitglieder sind.“ Es handele sich um einen „minimalen jährlichen Finanzaufwand“, der nicht nur zum Erhalt der deutschen Sprache sondern auch zum gesellschaftlichen „Brückenbauen“ beitrage. „Überhaupt kann die AGDS nur durch Spendengelder und vermehrte Mitgliedsbeiträge überleben, die aber leider rückläufig sind.“

Ernstere Bedenken wurde am Abend des Vortages bei der DKR-Jahrestagung geäußert, die wie das Treffen des AGDS im Schatten eines schwerwiegenden Verlusts stattfand: der unerwartete Tod des langjährigen Vorsitzenden des Deutschen Kulturrates, Eckhart Mueller, Mitte April dieses Jahres (AZ berichtete). „Wir müssen den DKR kritisch beleuchten und gemeinsam abwägen, wie die Zukunft aussehen könnte“, erklärte der amtierende Vorsitzende Francois Hartz, der die Mitglieder am Freitag in Windhoek mit der Tatsache konfrontierte, dass sich der Kulturrat an einem Scheideweg befinde und neu erfinden beziehungsweise positionieren müsse.

Laut einer eigenen Umfrage werde vom DKR erwartet, die deutsche Sprache und Kultur zu fördern, erhalten und vertreten. Vor diesem Hintergrund führte Hartz aus, dass sich die Arbeit des DKR in vieler Hinsicht allerdings mit der anderer Verbände und Organisationen überschneide wie beispielswiese der AGDS, des Goethe-Instituts und der Namibisch-Deutschen Stiftung (NaDS). „Wir sollten uns konzentrieren, nicht verzetteln“, betonte der Vorsitzende und sagte: „Bevor es zur Auflösung des 30 Jahre alten Deutschen Kulturrates kommt, sollten wir bis Ende April kommenden Jahres warten, ob und welche Vorschläge es für eine Neuausrichtung gibt.“

Ebenso soll es mit der Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern gehalten werden, denn während der Jahreshauptversammlung kam es zu keine Veränderung. Der DKR-Leitungsausschuss setzte sich somit weiterhin aus Richard Müller, Gunter von Schumann, Antje Otto, Ingrid Kollmitz, Dietlinde Jacobs, Sandra Menne und Gaby Moldzio unter Vorsitz Hartz‘ auseinander, der mit dem Tod Muellers eingesprungen ist. Dasselbe bei der AGDS: nach wie vor ist Böhme der Vorsitzende mit Heike Ritter als seine Stellvertreterin, gefolgt von Sonja Pack (Sekretärin) und Sven von Blottnitz (Schatzmeister), während Rüdiger Reichstein, Ulrich Mackensen sowie Martin Harms Beisitzer sind.

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