14 März 2019 | Meinung & Kommentare

Keine Gewinner im Gericht

Es wäre naiv zu glauben, dass die Repatriierung der Bibel und Peitsche des Nama-Führers und Helden Hendrik Witboois, nach Namibia alles in der Kolonialzeit Geschehene in Ordnung bringt und alle alten Wunden heilt. Dabei sei daran erinnert, dass Wunden beiderseits zugefügt wurden.

Tatsache ist aber, dass man der baden-württembergischen Landesregierung und dem Stuttgarter Linden-Museum sowie der deutschen Regierung in Form der deutschen Botschaft in Namibia, zu der Art und Weise, wie diese Erbstücke zurückgeführt wurden, gratulieren darf. Dasselbe gilt für die Nama-Gemeinde, die einheitlich den Tag ihrem Idol Witbooi widmete, anstelle der Politik.

Da gestaltet sich die andauernde Feindbilderhaltung seitens des Herero-Kommunalchefs, Adv. Vekuii Rukoro, ganz anders. Prominentestes Beispiel ist sicherlich die Genozid-Klage gegen einen souveränen Staat, die auf Teufel komm raus im New Yorker-Distriktgericht ausgetragen werden soll. Außerdem hetzt er die Jugendlichen auf gegen ein Land, das hundert Jahre später von Leuten in dritter und vierter Generation angeführt wird - von Menschen, die allein aufgrund ihrer Landesgeschichte ein anderes Geschichtsverständnis haben und entsprechende politische Verantwortung übernehmen. Leute, die wiederholt angedeutet haben, dass ihnen die Geschichte leid tut (auch wenn sie nichts dazu beigetragen haben) und die sich krummlegen bei dem Versuch, getanes Unrecht auszubügeln, indem sie massiv Entwicklungsgeld in dieses Land investieren und Kommunen helfen - nicht nur auf Regierungsebene, sondern privat in hunderten Schulen, Gemeinschaftsprojekten und sonstigen Initiativen.

Im Gericht gibt es aber keine Gewinner, nur Sieger. Die nachfolgende Sieger-Generation bekommt es auf Dauer mit den „Besiegten“ zu tun, die sich an das vermeintlich zugefügte Unrecht erinnern. So schließt sich der Kreis und werden die Vorwürfe und die Feindseligkeit auch künftig ohne Gewinner fortgeführt - Namibia gewinnt jedenfalls rein gar nichts dabei.

Frank Steffen

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