13 August 2019 | Polizei & Gericht

Keine Chance für Verbrecher

Umstrittener Kalahari-Desert-Sondereinsatz geht in die zweite Runde

Die Pause ist vorbei: Mit dem Start der zweiten Phase meldet sich die umstrittene Operation Kalahari Desert zurück. Diesmal wurden sämtliche Einsatzkräfte einem Einführungskurs unterzogen, der beteiligte Polizisten, Soldaten und andere Beamte im Umgang mit Zivilisten schulen soll.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Ein Nachgeben gibt es nicht: „Solange die Verbrecher weitermachen, hören wir nicht auf“, mahnte der Befehlshaber der namibischen Polizei, Generalinspektor Sebastian Ndeitunga, als er gestern in Windhoek die zweite Phase des Sondereinsatzes Operation Kalahari Desert einläutete. „Zur Sicherheit aller müssen wir der Kriminalität Einhalt gebieten.“

Während seiner Ansprache äußerte sich der hochrangige Polizist zu den Beschwerden und Klagen angeblichen Fehlverhaltens von Seiten der Einsatzkräfte: „Wir sind diesen Vorwürfen nachgegangen und in den meisten Fälle waren die Anschuldigungen entweder unbegründet oder frei erfunden – das heißt, sie haben gelogen“, wetterte der Polizeichef. Dennoch hätten alle an dem Sondereinsatz beteiligten Beamten eine dreitägige „Einführungsschulung“ absolviert. „Dabei wurden die Einsatzregeln erklärt und ein angemessener Umgang mit Zivilisten vermittelt“, so Ndeitunga, der sowohl Öffentlichkeit als auch Ordnungshüter zu mehr Respekt aufrief. Ihm zufolge ist die Zusammenarbeit mit dem Militär für den Erfolg der Sicherheitskampagne „entscheidend“.

Ferner berichtete der Befehlshaber der Polizei auch von den Erfolgen während der ersten Phase. So seien während des Zeitraums 11. Mai bis 30. Juni insgesamt 1996 Festnahmen erfolgt, wobei die 762 der Verhafteten schwerer Straftaten verdächtigt würden. „Dabei sprechen wir von Mord, Vergewaltigung und so weiter“, betonte Ndeitunga. Ferner seien Drogen im Werte von rund 683000 N$ beschlagnahmt und 1711 Schusswaffen konfisziert worden, darunter drei Gewehre und 46 Pistolen.

Der Kalahari-Desert-Einsatz und dessen Vorgänger, die Operation Hornkranz, waren stets von heftiger Kritik begleitet. Wiederholt gab es Berichte aus der Öffentlichkeit, wonach vor allem Soldaten Zivilisten schikaniert und zum Teil auch misshandelt haben sollen. Die Empörung über das angeblich maßlose Vorgehen hatte einen Höhepunkt erreicht, als der 38-jährige Soldat Gerson Nakale im Juni auf den Wagen eines aus Simbabwe stammenden Taxi-Fahrers geschossen und diesen tödlich getroffen haben soll. Das Opfer hatte zuvor angeblich unmittelbar vor einer Straßensperre im Windhoeker Vorort Greenwell Matongo gewendet und war mit hoher Geschwindigkeit davongefahren. Beim Staatsbesuch des Präsidenten Simbabwes, Emmerson Mnangagwa, sprach sein namibischer Amtskollege Hage Geingob den Angehörigen des Verstorbenen abermals sein Beileid aus und entschuldigte sich öffentlich bei der Familie (AZ berichtete).

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