16 Juni 2020 | Bildung

Kein Geld für neue Schulen

Bildung: Infrastruktur kommt zu kurz – Namibia hat 800000 Schüler

Neben den Altlasten im Bildungswesen stellt die Covid-19-Pandemie das zuständige Ministerium vor ganz neue Herausforderungen. Obwohl das Ressort in diesem Jahr einen leicht größeren Anteil des Staatshaushaltes bekommt, lautet jetzt erst recht die Devise: Mit weniger Mitteln mehr erreichen.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Im aktuellen Haushaltsentwurf werden dem Ministerium für Bildung, Kunst und Kultur knapp 14,2 Milliarden Namibia-Dollar zugeteilt – fast ein Fünftel (19,5%) des diesjährigen Staatsbudgets (2020/21). Das sind etwas mehr Mittel als im vergangenen Berechnungszeitraum (+2,6%), doch die Ministerin steht angesichts der Covid-19-Pandemie vor noch größeren Herausforderungen.

„Mein Ministerium genießt die größte finanzielle Zuwendung, und schätzt das auch, doch die unverhältnismäßige Mittelaufteilung zwischen laufenden Ausgaben (93,7%) und dem Investitionsbudget (6,3%) bereitet uns nach wie vor Sorge“, erklärte Bildungsministerin Ester Anna-Lisa Shiwoomwenyo Nghipondoka vergangene Woche in der Nationalversammlung. „Allein die Personalkosten verschlingen fast 10,9 Milliarden Namibia-Dollar beziehungsweise 77 Prozent des Bildungsetats.“ Die Regierung komme bei der infrastrukturellen Entwicklung nicht nach. „Neue Klassenräume, Schulen oder Heime zu errichten und diese Einrichtungen auch instand zu halten, bleibt problematisch“, so Nghipondoka.

Ein Ziel sei es, sich mit den „hohen“ Ausgaben für Löhne und Gehälter zu befassen. „Das Ministerium wird seine Betriebsabläufe rationalisieren und dafür sorgen, dass wir unsere Ressourcen optimal verwendet werden“, verspricht die Politikerin. Beispielsweise werden strategische Partnerschaften mit Zulieferern und Dienstleistern sowie Maßnahmen anvisiert, um bei der Errichtung von Schulen Geld zu sparen. „Zudem werden die Personalausgaben monatlich geprüft und wenn möglich Ausgleichsabzüge vorgenommen, um unnötige Lohnkosten zu verhindern“, sagte Nghipondoka. Das namibische Bildungsministerium beschäftige mehr als 40000 Menschen, wovon über 27000 Lehrkräfte seien.

Derweil stellen die Pandemie und die einhergehenden Maßnahmen das namibische Bildungswesen vor beispiellose Herausforderungen. „Die unvorhergesehene, und zeitweise nicht zu enden scheinende Schließung der Schulen hat uns Kopfzerbrechen bereitet“, erklärte die Ministerin. „Wir müssen für Kontinuität sorgen und die Jugend bilden, können aber nicht die Gesundheit der Lehrkräfte und Schüler aufs Spiel setzen.“ Nghipondoka meint aber, die erste Feuerprobe bestanden zu haben: „Ich bin erfreut, dass 48035 Schüler der elften und zwölften Klasse wieder zum Anwesenheitsunterricht zurückkehren konnten, um sich auf die Prüfungszeit vorzubereiten, die Ende Oktober beginnt.“

Doch vor dem Bildungsministerium liegt eine Mammutaufgabe, denn in Namibia gibt es in diesem Jahr 804074 Schüler. „Aus insgesamt 1920 Schulen haben wir 334 wieder geöffnet, darunter 50 private Bildungseinrichtungen“, so Nghipondoka. „Wir stecken nun in den Vorbereitungen, wieder mit dem Anwesenheitsunterricht in den Grund- und Mittelstufen anzufangen, und ich möchte betonen, dass wir uns mit dem Gesundheitsministerium absprechen und vorsichtig vorgehen.“

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