18 Februar 2020 | Landwirtschaft

Kein erneuter Holzschlag

Zahlreiche Holztransporte erklären sich durch massive Lagerbestände

Die zahlreichen Laster, die sich schwer mit Holz beladen auf dem Weg zum Walvis Bayer Hafengelände befinden, erklären sich durch die bestehenden, massiven Lagerbestände, die sich infolge des unkontrollierten Rodens in den Kavango und Sambesi-Regionen angesammelt hatten.

Von Frank Steffen und Catherine Sasman, Windhoek

Immer wieder kursieren in den elektronischen Medien Bilder von Lastkraftwagen, die sich mit Holz beladen auf dem Weg zum Walvis Bayer Hafen befinden. Dabei wird befürchtet, dass die illegale Ernte von namibischem Edelholz trotz eines Moratoriums seit dem 26. November 2018, unvermindert anhält. Einwohnern aus den West- und Ost-Kavango-Regionen sowie der Sambesi-Region, die sich in der Vergangenheit wiederholt als zuverlässige Informationszuträger erwiesen hatten, sind davon überzeugt, dass es sich dabei um den Abtransport bestehender Lagerbestände handelt: „Es waren kaum vorstellbare Massen zusammengetragen worden.“

„Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass hier und da Schweinereien passieren, aber ich kann mit ziemlicher Sicherheit behaupten, dass in der Sambesi-Region wenig - wenn nicht gar keine - neue Bäume gefällt werden“, meinte einer der Informanten. Im Falle der Kavango-Regionen liege der Fall etwas anders, aber selbst da habe das Roden drastisch abgenommen. Einige Einwohner aus diesen Gegenden behaupten, dass wahrscheinlich im tiefen Busch weiterhin Bäume geschlagen werden, „aber weniger“. So wundert es einen Beobachter, warum nach monatelangem Verfrachten der Stämme, ausgerechnet der Lagerbestand des mittlerweile berüchtigten, chinesischen Unternehmers Xuecheng Hou (auch als Hou Zue Cheng oder José Hou bekannt) in keiner Weise zu schrumpfen scheint. Hou winkt derlei Behauptungen als Unsinn ab.

Die namibische Hafenbehörde bestätigte unlängst, dass zwischen November 2018 und Dezember 2019 insgesamt 69,3 Tonnen Holz über den Hafen von Walvis Bay exportiert wurden. 73 Prozent dieses Holzes stammte aus Sambia und 13 Prozent aus Namibia, während die restlichen 12% aus der Demokratischen Republik Kongo (DRC) und Angola stammten. Das meiste Holz ging an China und Vietnam, während kleinere Mengen nach Saudi-Arabien, Deutschland und Griechenland exportiert wurden. Laut NamPort wird das Holz zum Hafen gebracht, wo es von Strafverfolgungsbehörden sowie Beamten des Ministeriums für Umwelt und Tourismus (MET) und Zollbeamten inspiziert wird.

„Holzfrachten werden einige Tage vor Ankunft der Schiffe in den Hafen transportiert und vorübergehend in unserem Containerterminal gelagert“, sagte Raymond Visagie, amtierender Geschäftsführer von NamPort. Die durchschnittliche Lagerzeit des Holzes betrage acht Tage. Ein vorher bestehendes Verbot auf den Transport von Edelholz war erneut für den Zeitraum vom 13. Januar bis 28. Februar dieses Jahres aufgehoben worden. Dabei hatte die Anzahl der Transporte zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit geführt. So berichtete ein Beobachter in den Internetmedien von „sieben - ja sieben dieser mit Holz beladenen Lastwagen binnen 30 Minuten in Walvis Bay!“, und ein anderer schrieb: „Die Plünderung der Ressourcen Namibias geht mit beispielloser Geschwindigkeit weiter, während wir verbluten, weil andere Nationen uns aussaugen.“

Farmer der betroffenen Regionen bestehen jedoch darauf, dass sich das Holz, das jetzt für den Export freigegeben wurde, bereits vor dem Ernte- und Transportmoratorium auf Halde lag. Scheinbar unbeachtet bleibt indessen die Bedingung, dass die Holzvorräte erst den lokalen Herstellern angeboten werden müssen - die lokale Verarbeitung und Wertschöpfung sollte gefördert werden.

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