29 September 2011 | Politik

Kazenambo hat schwierigen Stand

Windhoek/Berlin - Das deutsche Auswärtige Amt in Berlin hat sich gestern zum Programm der Schädel-Mission geäußert. Die Gebeine werden morgen "in einer der historischen und kulturellen Bedeutung entsprechenden Zeremonie von Vertretern der Charité an die namibische Regierung übergeben". Als Gastgeber der Übergabezeremonie in der Universitätsklinik ist der Charité-Vorstand durch
Prof. Einhäupl vertreten. Für die Bundesregierung tritt die
Staatsministerin des Auswärtigen Amts, Cornelia Pieper,
mit einer Ansprache auf.

Das Auswärtige Amt teilt mit, dass es stets klargestellt habe, dass es aufgrund
der Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern
sowie der diversifizierten Trägerschaften in der deutschen
Universitäts- und Museumslandschaft nicht selbst über eine
Rückgabe der betreffenden menschlichen Überreste entscheiden
könne. "Das Auswärtige Amt unterstützt und vermittelt das
namibische Anliegen gegenüber den betreffenden deutschen
Institutionen." Das Amt habe wiederholt auf die
außenpolitische Relevanz einer zügigen Rückgabe der Schädel
hingewiesen und habe auch die Bemühung unterstützt, herauszufinden, ob und wo noch mehr solche Gebeine gelagert werden.
In den Reihen der namibischen Delegation herrscht Unzufriedenheit über den Umstand, dass die Schädel dem namibischen Minister Kazenambo Kazenambo (Herero) als Vertreter der namibischen Regierung überhändigt werden, der sie in Windhoek dann der Regierung aushändigt. "Was wollen die Ovambo (der Regierung) mit den Schädeln unserer Vorväter", wollten Nama- und Herero-Delegierte gestern wissen.
Die namibische Reisedelegation hat gestern noch erhaltene Paläste des Kaisers besucht, unter anderem in Potsdam.

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