22 November 2021 | Politik

Jugend fordert Einführung des BIG

Bedingungsloses Grundeinkommen einziger Ausweg aus Jugendarmut

Einer Pressemitteilung der Koalition für ein bedingungsloses Grundeinkommen kritisiert, dass korrupte Regierungseliten in Namibia die Jugend ihrer ökonomischen Zukunft berauben und zur eigenen Bereicherung Ressourcen stehlen, die Jugendarmut beenden könnten. Die einzige Lösung sei das bedingungslose Grundeinkommen.

Von Katharina Moser, Windhoek

Die Koalition für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Namibia (BIG) hat im Namen der namibischen Jugend ein starkes Statement für die Umsetzung ökonomischer Chancen für junge Menschen abgegeben. Darin kritisiert die namibische Jugend, dass die Regierung trotz zahlreicher Versprechen nichts tut, um dem verarmten jungen Teil der Bevölkerung zu unterstützen. „Sie haben das Gefühl, wie verarmte Sklaven zu leben, sich abmühend, um zu überleben, und dabei zu hören, wie gut sich Namibia macht“, so BIG. Regierungspläne wie Vision 2030, TIPEEG und die Harambee-Wohlstandspläne seien gescheitert, da sie nur zur Bereicherung einzelner gedient hätten. Der Fishrot-Fall sei eines der Beispiele, wie die „regierenden Eliten der Jugend von Namibia den Mittelfinger zeigen, während sie stehlen und lügen“. Angesichts der Jugendarbeitslosigkeit von 50,3 Prozent sei auch die Frage, ob Bildung wirklich der Schlüssel zum Erfolg sei, während selbst Universitätsabgänger auf der Straße endeten. „Die Jugend ist wütend, dass die Regierenden sie durch Lügen und Diebstahl in einen verstärkten Zustand der Armut zwingt.“ Durch Korruptionsfälle wie NDF/August 26 (300 Millionen N$), Fishrot (eine Milliarde N$), SSC (30 Millionen N$), GIPF (600 Millionen N$), SME Bank (200 Millionen N$), Kora (20 Millionen N$), NSFAF-Gebäude (200 Millionen N$) und das Walvis Bay-Öllager (3 Milliarden N$) seien kommenden Generationen über 5 Milliarden N$ vorenthalten worden. Eine Gesellschaft, die derart gespalten sei zwischen arm und reich und in der die Jugend nur mühevoll Zugang zu Unterkunft, sanitären Anlagen, Wasser, Gehältern, Gesundheitsvorsorge und Nahrung hat, sei dabei auch ein „Rezept für zivile Unruhen“.

BIG ruft daher die Regierung zu drastischen Veränderungen auf. „Die Jugend verlangt keinesfalls Geld, das aus den persönlichen Plündereien der Eliten stammt. Stattdessen fordert sie ihren fairen Anteil aus den Profiten, die aus den natürlichen Ressourcen des Landes kommen“, so BIG. Ein bedingungsloses Grundeinkommen (BIG), das die Koalition propagiert, sei dafür die geeignete Lösung und werde auch nur fünf bis sechs Prozent des jährlichen Staatsbudgets beanspruchen. „Manche werden dies als einen Angriff auf Präsident Hage Geingob und seine Administration sehen. Dies ist nicht die Absicht, sondern die Jugend möchte ihn herausfordern, die Idee eines sehr begrenzten, bedürftigkeitsgeprüften bedingungslosen Grundeinkommens zu überdenken, von dem nur etwa 42 000 Namibier profitieren sollen.“ Das BIG sei der beste Weg, um Armut, Mangelernährung, Krankheiten und die Kriminalität zu reduzieren. „Angesichts der Ressourcen Namibias fordert die Jugend die Einführung des BIGs jetzt!“, so die Pressemitteilung.

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