22 Mai 2020 | Glosse

Jetzt häufen sich die Superlative

Rand und Nam-Dollar sind gegenüber den harten Währungen im Eimer. Ramaphosas Kap-Republik is noch tiefer in den Ramsch-Status abgerutscht. Namibia als Anhängsel der Währungsunion kriegt dabei nochall stief Asche ab. Die Wirtschaft hat seit Ende der zwanziger Jahre im vorigen Jahrtausemd noch keinen derartigen Sturz wie jetzt während der Corona-Sperre erfahren, so dass die Gefahr besteht, dass verzweifelte Entscheidungsträger wie weiland Diktator Mugabe einfach ohne Gegenwert mehr Papiergeld drucken. Mugabe hat seine Billionen-Trillionen-Blüten im verpönten Westen bei der ehemaligen Kolonialmacht Deutschland drucken lassen! So dreht sich die Schwindel-Spirale.

Sommer so ´ne Randnotiz

Inzwischen berichten Reuters und Nampa, dass Omupräsidente Emerson Mnangagwa in Simbabwe, Mugabes ehemaliger Steigbügelhalter, wieder mehr Ombampira-Geld drucken lässt, nachdem die Inflation in dem schönen Nachbarland jetzt im Covid-Monat März 676,39% erreicht hat (in Worten: sechshundersechsundsiebzig Komma neununddreißig Prozent)! Welch anderer Ramsch-Staat bietet mehr? Wegen der Reisesperre und des Touristenverbots und infolge des Maulbinden-Mumpitz is die jüngste galoppierende Sim-Zim-Inflation in unseren Blättern lediglich ´ne Randnotiz, wie am 18. Mai 2020 im Wirtschaftsblatt „Market Watch“ von Namibia Media Holdings (NMH), das der (All)Gemeinen Zeitung beiliegt.

Als Otjindoitielanda dem Mugabe-Regime vor zwölf Jahren schließlich die Hundert-Trillionen-Sim-Dollar-Note (sic! echt!) gedruckt hat -´ne Eins und 14 Nullen - is Comräd Boppa Mugabe auf den US-Dollar als Landeswährung umgestiegen. Das hat rund zehn Jahre gehalten, aber im Juni 2019 hat sein Nachfolger Mnangagwa den Zim-Dollar wieder eingeführt. Derzeit is Simbabwe in der Inflation erneut ein globaler Spitzenreiter, meldet Reuters. Im Corona-Hype is das nun nur noch ´ne Randnotiz wert.

Und unser Gouvernement zelebriert mit der frischen Dreißig-NamDollar-Banknote drei Jahrzehnte Souveränität mit drei Präsidenten-Porträts: Omupräsidente I, Comräd Osema Shafiishuna Nujoma, Gründungsvater und Speerspitze der Nation; Omupräsidente II, Omushamane Hifikepunye Lucas Pohamba, der Einzigartige; sowie Omupräsidente III, !Gôahesab Hage Gottfried Geingob, der Harambee-Ritter. Die Wirtschaft krankt unter den Sperren, aber biekie nationalistischer Personenkult möge für Ablenkung sorgen.

Erfahrungswert unangefochten

Woher nimmt unser Gouvernement (sprich: Guwwernemang!) acht Milliarden Nam-Dollar her, unsere Wirtschaft wieder anzukurbeln, nachdem die Ovaministeli bis vor Kurzem staatliche Rechnungen nur mit zwei drei Jahren Verzögerung bezahlt ham? Drucken wir jetzt auch schon Blüten? Aber Arbeitgeber, die in der nun zwei Monate dauernden Covid-Starre nix eingenommen ham, sollen ihre Belegschaft nich verkleinern und weiter voll vergüten oder etwas mit der Gewerkschaft aushandeln. Check das moi: Ein bisher unangefochtener Erfahrungswert: die Regierung versteht spielend, wie man Ovimariva ausgibt, Geld morscht, aber nich, wie man´s verdient. Und wir würden gern mal ´ne Gewerkschaft kennen lernen, die uns erklärt, wie ´ne produktive Wertschöpfungskette funktioniert, wie Ursache und Wirkung im Ablauf und Umlauf von Moneten, Waren und Dienstleistung jobben. Bisher ham wir nur erfahren, wie Gewerkschaften mit Daumenschrauben Betriebe und Unternehmen effektiv erpressen, manchmal sogar bis in den Ruin treiben.

Aber wir wollen den Teufel jetzt nich an die Wand malen. Allerhand findige Leut ham das Land in der Vergangenheit wieder aus der Talsohle geführt und werden das auch diesmal fertig kriegen, ohne auf Wunder zu hoffen. Dennoch muss jedermann sich nach der immerhin guten Regenzeit an der Pad in Acht nehmen, dasser jetzt nich im Donga landet. Auch in der Wirtschaft gähnen Dongas zuhauf und die Ausganssperre hat Dongas in Gemüt und Seele gerissen.

Dennoch, jenseits des Donga steht in diesem Jahr gute Weide. Gute Aussichten, wenn wir den Graben sorgfältig umgehen.

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