08 September 2021 | Natur & Umwelt

IUCN-Fokus auf Kavango

Ölexploration wird kritisiert - ReconAfrica will nur das Beste

Während sich die namibische Regierung nicht ziert, jeden einzelnen Schritt und alle Initiativen des kanadischen Explorationsunternehmens ReconAfrica widerholt als Erfolgsmeldungen zu fördern, wenngleich sich die Ausführung solcher Versprechen wiederholt und unerklärt hinziehen, befasst sich jetzt die Weltnaturschutzunion IUCN kritisch mit dieser Thematik.

Von Frank Steffen, Windhoek

Das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT), die Namibische Umweltkammer (NCE), das NamibRand-Naturschutzgebiet, der Cheetah Conservation Fund (CCF), die Giraffe Conservation Foundation (GCF), die N/a’an ku sê-Stiftung und die Namibia Nature Foundation (NNF) sind namibische Instanzen, die von der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature, IUCN) als Mitgliedsorganisationen aufgeführt werden. Damit stellt sich die namibische Regierung in die Pflicht.

Die IUCN ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die weltweit zahlreichen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen als Dachverband dient. „Wir nutzen die Erfahrung, Ressourcen und Reichweite unserer mehr als 1400 Mitgliedsorganisationen und die Beiträge von mehr als 18000 Experten. Diese Vielfalt und das enorme Fachwissen machen die IUCN zur globalen Autorität für Naturfragen“, behauptet die Union von sich selbst.

Das Zentrum für Internationales Umweltrecht (Center for International Environmental Law, CIEL) war nun maßgeblich daran beteiligt, die Öl- und Gasexploration in den Kavango-Regionen als 136. Diskussionspunkt auf die Tagesordnung des IUCN-Weltkongresses für den Naturschutz zu bekommen. Der Kongress tagt momentan in Marseille und dauert noch bis Samstag. Damit wird die umstrittene Exploration im Nordosten Namibias zum zweiten Mal international unter die Lupe genommen, nachdem es bereits auf der erweiterten 44. Sitzung des Welterbe-Komitees der UNESCO im Juli ein Thema war.

In der jetzigen Vorlage erinnern die Antragsteller an vorige Berichte wie den sechsten Bericht des Weltklimarats IPCC, der vor nachhaltigen Umweltschäden gewarnt hatte sowie an die Mahnung der Internationalen Energieagentur (IEA), die darauf hingewiesen hatte, dass „beim Befolgen des Netto-Nullenergiepfads keinerlei neue Öl- und Gasfelder Netto-Nullenergiegebäude erschlossen zu werden brauchen“ (der vollständige Antrag ist diesem Bericht im Internet beigelegt).

In einer Gesprächsrunde mit dem Ministerium für Information und Kommunikationstechnologie hatten Vertreter ReconAfricas ihre Anstrengungen für Wohltätigkeitszwecke in Namibia betont. Man wolle „Namibia zu einem besseren Ort machen“, so Hilda Basson-Namundjebo, die neue ReconAfrica-Medienfachkraft. Sie erinnerte erneut an die Spende im Kampf gegen Corona in Höhe von 15 Millionen N$. Diese Spende war bereits im Juni erfolgt.

9 Mio. N$ sollen in den Kauf von Impfstoffen investiert werden, das Übrige in die Beschaffung von Ausstattung. Wie der Direktor des Gesundheitsministeriums, Dr. Ben Nangombe, sagte, sei es „nur logisch, dass diese Covid-Gelder lediglich an die Kavango-Regionen gehen sollen, da ReconAfrica dort operiert“.

Außerdem habe man einen Fonds von 115 Millionen N$ für Umweltprojekte eingerichtet. Doch wofür das Geld bestimmt ist, müsse noch identifiziert werden, sagte Ndapewoshali Shapwanale, Pressesprecherin von ReconAfrica. Ferner soll ReconAfrica in den Kavango-Regionen Wasserlöcher für die Lokalbevölkerung geschlagen haben, ehe es mit der Ölsuche begonnen habe, behauptet Basson-Namundjebo neuerdings.

Basson-Namundjebo begründete die „anfängliche Abneigung“ der Lokalbevölkerung damit, dass viel Falschinformationen im Umlauf gewesen seien. Wegen Corona habe man nicht direkt mit den Betroffenen sprechen können und die Leute hätten sich auf „fehlerhafte Medienberichte“ verlassen müssen. Man habe „viel Zeit damit verbracht, Unwahrheiten zu beseitigen“. Nun aber werde ReconAfrica von den Menschen im Norden mit offenen Armen begrüßt - nur in Windhoek seien die Leute kritisch.

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