10 September 2019 | Kommunikation

Internetpläne nicht ausgereift

Namibia ungenügend auf weitere Modernisierung eingerichtet

Während in den vergangenen Monaten offen spekuliert wird, ob Namibia demnächst die 5G-Technologie einführen wird, scheinen sich die Industrie-Teilnehmer noch gar nicht einig, wie dies ausgeführt werden soll und wie schnell - der Kommunikationssektor Namibias scheint sich nicht entsprechend entwickelt zu haben.

Von Frank Steffen und Ogone Tlhage, Windhoek

Laut dem Telekommunikationsunternehmen Paratus Telecom ist es verfrüht an die Mobilfunktechnologie der fünften Generation - dem sogenannten 5G - zu denken, da die Einführung der 4G-Technologie in Namibia nur schleppend vorangekommen sei, so Paratus-Betriebsleiter John D’Alton.

Die 5G-Technologie wird oft als das neue Weltraumrennen gehandelt und so haben Länder wie Südkorea und Russland bereits das 5G kommerziell eingeführt, während Schweden, Estland, China, Japan und die Türkei spätestens im Jahr 2020 die Einführung dieser Internettechnologie planen. Dabei geht es um die Datenübertragung von 10 Gigabit pro Sekunde, welches eine bis zu hundert Mal schnellere Datenrate als die derzeitig beste 4G-Long-Term-Evolution-Verbindung verspricht, so der Africa Report.

“Natürlich wissen wir von der 5G-Entwicklung, doch sollte berücksichtigt werden, dass das 4G-Rollout bisher nur auf sehr kleinem Niveau stattgefunden hat“, mahnte D’Alton und fügte dem hinzu: „Paratus wird sich fürs erste weiterhin auf seine Kerndienste konzentrieren und die dringend benötigte Infrastruktur in ganz Afrika bereitstellen, bevor der Investitionsschwerpunkt auf die 5G-Technologie verlegt wird, die kurz- bis langfristig immer noch in Kontroversen und potenzielle Spektrum-Debatten verstrickt ist.“ Vieles hänge noch von der Festlegung der Frequenzen und künftigen Technologieeinsätze ab. Der Frequenzbandplan für Namibia stehe im Einklang mit dem der Südafrikanischen Staatengemeinschaft SADC. Diese entsprächen dem Kollektiv der Richtlinien und Vorschriften der Internationalen Regulierungs- und Telekommunikationsbehörde (ITU).

Erst nach der Weltfunkkonferenz (WRC-19, eine Initiative der ITU) im Oktober/November 2019 in Ägypten werde es erste Ansätze geben die Frequenz-Regulationen für einen internationalen Vertrag zu überprüfen erklärte D‘Alton. Erst Mitte 2020 sei ein Bericht zu erwarten, der die Leitlinien zu diesem umstrittenen Thema des Spektrums und seiner Verfügbarkeit für neue Bereitstellungsstrategien enthält.

John Ekongo, der Sprecher vom namibischen Betreiber MTC, das vom chinesischen Telekommunikationsunternehmen Huawei als kompetenter Technologiepartner bei der Entwicklung von 5G begleitet wird und die anstehende Einführung des 5G mehrfach annonciert hatte, verwies Nachfragen an Huawei. MTC hatte im Jahr 2017 die Weichen gestellt, als es als erster Betreiber auf dem Kontinent die 4.5G-Technologie einführte, während der südafrikanische Betreiber MTN grundsätzlich die 5G-Technologie verfolgte. Der lokale Vertreter von Huawei, Elton Katangolo, wollte sich nicht zu dieser Entwicklung äußern.

Indessen hat die Windhoeker Stadtverwaltung wiederholt seit 2017 durchblicken lassen, dass die Stadt über die Vermarktung ihres Glasfasernetzes nachdenkt. Wie die Stadt jedoch vorhat, ein fortgesetztes Investment in ihr Glasfasernetz zu finanzieren und profitabel zu vermarkten, ist noch nicht bekannt. Dabei hat die Stadt allerdings Paratus einige Male daran gehindert, ein eigenes Netz in der Stadt zu installieren.

„Die Pläne zur Kommerzialisierung des Glasfasernetzes der Stadt sind weit fortgeschritten und auf gutem Weg“, hatte Pressesprecherin Lydia Amutenya in einer E-Mai geantwortet. Auf die Frage nach den Modalitäten für einen solchen Service, erklärte sie, dass noch ermittelt würde, ob die Infrastruktur vermietet oder der Dienst kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die namibische Kommunikationsbehörde CRAN hat indessen bestätigt, dass die Stadt eine Lizenz für ihre Dienste beantragt hatte.

Mit der möglichen Anbietung eines kostenlosen WLAN-Services, folgt Windhoek in den Fußstapfen von Kigali in Ruanda und Johannesburg im benachbarten Südafrika, die dies für eine sogenannte Smart City als selbstverständlich handeln.

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