14 Juni 2021 | Gesundheit

Infektionsrate steigt exponentiell

Bekannte Namibier sterben infolge des Virus - Impfung nun auch am Wochenende

Die dritte COVID-19-Infektionswelle hält Namibier in Atem. Die Anzahl Neuinfektionen steigt exponentiell, die Anzahl Todesfälle ebenfalls - dazu gehören bekannte Personen. Indessen hat das deutsche Robert Koch-Institut Namibia erneut als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Trotz steigender Infektionszahlen, die inzwischen die Werte der ersten und zweiten Infektionswelle in Namibia übertroffen haben, haben weder das Büro des Präsidenten noch das Gesundheitsministerium bis zum gestrigen Redaktionsschluss eine Andeutung gemacht, ob die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus verschärft werden. Am Freitag hat die Regierung laut einem Rundschreiben angekündigt, mehr (Gesundheits-)Personal einzustellen und zusätzlichen Sauerstoff zu beschaffen, um die steigende Zahl von COVID-19-Patienten zu behandeln, die die Krankenhäuser „überfordert“ haben.

„Sowohl im Katutura- als auch im Windhoeker Zentralkrankenhaus werden mehr Patienten eingeliefert, als es verfügbare Betten gibt“, heißt es im COVID-19-Update von Samstag. Die hohe Anzahl Neuinfektionen sei auf zwei Gründe zurückzuführen: mangelnde Einhaltung der Präventionsmaßnahmen und eine mangelnde Durchsetzung der Auflagen. Angesichts eines deutlich gestiegenen Bedarfs an Impfungen blieben sämtliche Impfzentren in der Khomas-Region am Wochenende geöffnet.

In Namibia wurden am Freitag 1 399 Neuinfektionen und 20 Todesfälle, am Samstag wiederum 1 432 Neuinfektionen und fünf Todesfälle gemeldet - die höchste Anzahl Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Die höchste Anzahl Neuinfektionen stammt aus Windhoek. Bis Samstag wurden 382 Personen im Krankenhaus behandelt, 62 Personen lagen auf der Intensivstation. Die Anzahl Personen, die an bzw. mit COVID-19 verstorben sind, lag am Samstag bei 993 und somit nur knapp unter der 1 000-Marke.

Zu den gemeldeten Todesfällen gehören erneut bekannte namibische Persönlichkeiten. Am Freitagabend ist der Bürgermeister von Rehoboth, Rudi van Wyk, infolge des Virus verstorben, am Tag zuvor ist Samson Ndeikwila erlegen. Ndeikwila war eines der Gründungsmitglieder von „Breaking the Wall of Silence“ – einer Interessengruppe, die Aufklärung über Massenverhaftungen, Todesfälle und das Verschwinden von Namibiern im Angola während des Befreiungskampfes gefordert hat. Am vergangenen Mittwoch ist der Vorsitzende der Exekutive des Gobabiser Stadtrates, De Waal Louw, verstorben.

Angesichts der prekären COVID-19-Situation hat die Studenten-Gewerkschaft von Namibia (SUN) zur dringenden Schließung aller Schulen im ganzen Land aufgerufen - nicht nur wegen einer hohen Infektionsrate unter Schülern, sondern auch bei Lehrkräften. Laut SUN-Sprecher Tyson Hihanguapo liegen 17 Prozent aller positiven Fälle bei Personen zwischen fünf und 19 Lebensjahren. Bildungsministerin Anna Nghipondoka hatte allerdings am vergangenen Donnerstag erklärt, dass der Präsenzunterricht trotz der hohen Infektionszahl unter Schülern nicht eingestellt werde, da „es wegen sozialer Faktoren riskanter ist, wenn Kinder zu Hause sind statt in der Schule“.

Indessen hat das deutsche Robert Koch-Institut (RKI) Namibia seit gestern (13. Juni) als Gebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko (Hochinzidenzgebiet) eingestuft - für Touristen gelten somit neue, strenge Auflagen. Reiseunternehmen befürchten somit einen erneuten Anstieg an Reisestornierungen.

Gleiche Nachricht

 

Präsident kündigt neue COVID-19-Maßnahmen an

vor 2 tagen - 30 Juli 2021 | Gesundheit

Windhoek (ste) – Der namibische Präsident, Hage Geingob, kündigt soeben die leicht veränderten COVID-19-Maßnahmen an. Das Staatsoberhaupt ermahnt das namibische Volk weiterhin Umsicht an den...

Namibia wird von Deutschland neu eingestuft

vor 2 tagen - 30 Juli 2021 | Gesundheit

Windhoek (ste) – Bisher wird es weder auf der Internetseite des Ausländischen Amtes Deutschlands bestätigt noch wurde eine entsprechende Bekanntgabe auf der Facebook-Seite der deutschen...

Veno Kauaria verstorben

vor 2 tagen - 30 Juli 2021 | Gesundheit

Die stellvertretende Ministerin für Höhere Bildung, Veno Kauaria, ist verstorben. Kauaria hatte auch zahlreiche Jahre im Vorstand der Delta Oberschule gedient. Präsident Hage Geingob,...

Feldlazarett in Betrieb

vor 3 tagen - 30 Juli 2021 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek Am morgigen Samstag laufen die aktuellen, von der Regierung verhängten, Corona-Auflagen ab. Präsident Hage Geingob wird daher am heutigen Freitag um...

#aznamnews Mehr Betten für Coronapatienten - Privatsektor fordert Dialog

vor 3 tagen - 29 Juli 2021 | Gesundheit

Swakopmund/Windhoek (er) - Präsident Hage Geingob wird morgen um 15 Uhr ein Update über die COVID-19-Lage geben - es werden leichte Lockerungen der Auflagen erwartet....

Google und Facebook führen in den USA Impfpflicht für...

vor 3 tagen - 29 Juli 2021 | Gesundheit

Washington (dpa) - Wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante in den USA verschärfen Google und Facebook die Corona-Regeln für ihre Beschäftigten. Die Mitarbeiter der zwei...

Kein Astra-Zeneca-Impfstoff in Namibia vorrätig

vor 3 tagen - 29 Juli 2021 | Gesundheit

Die Pressesprecherin des Ministeriums für Gesundheit und Soziale Dienste (MoHSS), Schwester Manga Lobita hat soeben der Allgemeinen Zeitung bestätigt, dass es momentan landesweit keine einzige...

Weltgesundheitsorganisation warnt vor E-Zigaretten

vor 5 tagen - 27 Juli 2021 | Gesundheit

Genf (dpa) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor E-Zigaretten und anderen elektronischen Geräten zum Konsum des Suchtmittels Nikotin. Diese Produkte würden oft mit ihren Geschmacksnoten...

Für vierte Welle gerüstet

vor 6 tagen - 27 Juli 2021 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek Die niedrigste Anzahl Neuinfektionen seit knapp zwei Monaten wurde verzeichnet. Lag die Anzahl Neuinfektionen zum Ende des Monats Juni täglich bei...

#aznamnews Auf vierte Welle gerüstet

vor 6 tagen - 26 Juli 2021 | Gesundheit

Swakopmund/Windhoek (er) - Trotz rückläufiger Coronazahlen liegt die Anzahl Todesfälle weiterhin hoch. Mediziner hoffen aber, dass die dritte Infektionswelle für viele Namibier ein Weckruf war...