19 Juli 2018 | Glosse

In Zeiten der Not wird der Fiskus fündig

Der Schatzmeister des Staatssäckels, Herr Omutengwa Calle Schlettwein, hat gerade zur Nation der Braven und Bravourösen gesprochen, um Ängste zu zerstreuen, wonach der Staat angeblich derart in der finanziellen Bredouille sei, dass es sogar zu verzögerter Gehaltszahlung kommen könne. Das is der Universität von Namibia schon einmal in einem Januar passiert und das is mos so ziemliche die Regel in anderen Staaten unseres Kontinents, die schon viel länger unabhängig sind als wir.

Dasses kneift und ziept, bekommt jedoch jeder mit. Der Staat kriegt schwer und viele seiner Obersten und Beamten kriegen derzeit kalt, vor allem wenn se an die Bilanzen denken.

Also lautet der Beschluss,

dass jetzt was passieren muss.

Der Worte sind genug palavert.

In bravouröser Menschenmasse

Muss auch der letzte Mensch zur Kasse,

Damit das Staatsgetriebe läuft,

der Schuldenberg sich weiter häuft.

´s is sattsam bekannt, dass das Gouvernement manch fällige Zahlung - zum Glück nur vorübergehend - auf die lange Bank geschoben hat. In dieser Zeit muss die Anti-Korruptions-Kommission besonders scharf aufpassen, dass die knappen Moneten durch den allzu üblichen Griff in die Kasse net nich noch schneller zerrinnen.

In der Not frisst der Teufel Fliegen. Aber eben nich zu lange. Immerhin, Kleinvieh macht auch Mist. Also sollen jetzt informelle Kleinstunternehmen endlich auch vom Fiskus belangt werden, damit toch noch ´n paar mehr Scherflein in die Kasse kommen. So wenigstens hat´s der staatliche Kassenwart angekündigt. Mach kein´ Fout, das wird ´n bleddy taffer Job, die Shebeens, die Häppi-go-Lackie-Autowäschereien, die Kapana-Verkäufer, die Bäckyard-Meckännicks und wen sonst noch in der informellen Branche in ein überprüfbares Rechnungssystem einzugliedern!

Versteht uns hier aber nich falsch. Diese Bedenken und Kenntnisse sollen keineswegs entmutigen. Aber Calles Steuerschürfer müssen sich mit Verständnis für die Volksseele, die von stief Anspruchsdenken geprägt is, bei diesen Kleinbetrieben auf harten Widerstand gefasst machen. Die ham ja seit vor der Unabhängigkeit bis dato durchweg Steuerferien. Natürlich zahlen die durch ihre Einkäufe auf dem Konsumentenmarkt in den Stores auch Mehrwertsteuer, gezwungenermaßen, was aber eben nix mit eigener Buchhaltung zu tun hat.

Dennoch isses höchste Zeit, dass Groß-, Klein- und Kleinstbetriebe auch zur Kasse gebeten werden, von der Straßenecke bis zum chinesischen Bau-Unternehmer.

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