07 Dezember 2018 | Lokales

In Namibia angekommen

Für „Bauer sucht Frau“-Paar Anna und Gerald beginnt Farmalltag

Turbulent ist für ihre Geschichte fast schon kein Ausdruck mehr. Und wohl kaum einer hätte wohl zu Beginn der vergangenen „Bauer sucht Frau“-Staffel gedacht, dass Gerald, der erste namibische Teilnehmer, auch tatsächlich seine große Liebe findet. Nun ist Anna seit gut vier Monaten in Namibia – und „zu Hause“, wie sie sagt.

Von Nina Cerezo, Windhoek

Anna und Gerald sitzen entspannt in der Windhoeker AZ-Redaktion. Sie kommen gerade vom Flughafen, nachdem sie für den RTL-Spendenmarathon nach Deutschland gereist waren, um dort ihre Hochzeitsoutfits für den guten Zweck zu versteigern. Ganz ungezwungen plaudern sie, lachen und ergänzen sich, wenn der eine mal kurz ins Stocken gerät. Ein Interview zu geben, ist keine Herausforderung mehr, an die Medien haben sie sich längst gewöhnt. Und Anna scheint sich noch an etwas ganz anderes gewöhnt zu haben: an das Leben in Namibia - als Farmersfrau.

„Als ich dieses Mal aus dem Flugzeug gestiegen bin, hat es sich so angefühlt, als sei ich nach Hause gekommen“, erzählt sie. Und doch habe sie eine „komplette Lebensumstellung“ hinter sich, mit der sie nicht anfangs nur mental, sondern auch körperlich zu kämpfen gehabt habe. „Der namibischen Ruhe musste ich mich erst einmal anpassen“, lacht sie und meint damit nicht die unendliche Weite der Natur, sondern vielmehr eine gewisse Trägheit in so manchen Arbeitsabläufen. „Bei mir muss immer alles zack zack gehen, aber wenn hier im Baumarkt mal eine Schraube fehlt, dann wartet man halt eine Woche“, erinnert sie sich an die ersten Wochen, als das Paar das ehemalige Gästehaus der Farm zu ihrem Eigenheim umgebaut haben.

Strukturiert, das wirkt Anna tatsächlich in vollen Zügen. Sie erinnert sogar Namen und Wohnort der Dame, die beim Spendenmarathon das Hochzeitsoutfit ersteigert hat. Und die 28-Jährige hat auch bereits Pläne für ihr zweites Kleid, das sie bei der namibischen Hochzeit getragen hat: „Das würde ich gerne umnähen und einem bedürftigen Mädchen für einen besonderen Anlass wie beispielsweise die Kommunion schenken“, erzählt sie.

Anna beeindruckt mit ihrer Motivation und ihrem Tatendrang. Somit verwundert es nicht, dass sie auch auf der Farm schon ordentlich mitanpackt. „Ich helfe in der Verwaltung mit und kümmere mich beispielsweise um Rechnungen, Urlaubsanträge und das Transportgeschäft“, erzählt sie. Ihr „zack zack“ kommt ihr dabei mit Sicherheit zugute. Nur in der Mittagspause darf es dann auch mal „farmisch“ ruhig auf der Couch werden: „Der kurze Weg nach Hause hat wirklich Vorteile“, lacht sie.

Für anderes ist der Weg zur Farm jedoch zu lang. Auf die Frage, was sie aus Deutschland vermisse, weiß dabei Gerald unmittelbar die Antwort: „Fast Food“, lacht er und Anna muss zugeben, tatsächlich gerne einfach mal eine Pizza bestellen zu wollen. „Oder Klamotten.“

Wenn es denn bei diesen Sehnsüchten bleibt, hat das Farmleben wohl eine gute Chance als Zukunftsperspektive. Im kommenden Jahr soll es aber erst einmal auch durch das Land gehen. Denn bei all dem Trubel, den die beiden in den vergangenen Monaten hatten, hat Anna von ihrer neuen Heimat noch nicht viel gesehen - nicht einmal den Etoscha-Nationalpark.

Wer Annas und Geralds Geschichte noch einmal Revue passieren lassen möchte, der sollte kommenden Montag um 21.15 Uhr RTL anschalten. Dort gibt es abschließend ein Hochzeits-Spezial der beiden zu sehen, bevor sich dann ihr spannendes Jahr dem Ende zuneigt.

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