06 September 2018 | Meinung

In der Ruhmeshalle des Volkes im Reich der Mitte

Die prominente Doppelrolle von Omupräsidente III, Comräd !Gôahesab Hage Gottfried Geingob, zum chinesischen Afrika-Gipfel is in dieser Woche schon zur Sprache gekommen: Einmal Staatschef und Omuhona vom Lande der Bravourösen und dann noch Vorsitzender der Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika. Entsprechend sind er und unsere namibische Delegation auch empfangen worden, in überdimensionalen Räumen, die immerhin mit den Weiten der Namib und der Kalahari vergleichbar sind.

Jesslaik, China will rund 60 Milliarden (amerikanische) Dollar über Afrika ausgießen. Das sind iesie zwischen 800 und 900 Milliarden Nam-Dollar, je nach dem Stand des Währungsverfalls am Kap der Guten Hoffnung, wo der SA Rand schwächelt. Und wo der Omupräsidente Ramophosa meint, mit populistischer Farmenteignung Armut bekämpfen und Hitzköppe wie Julius Malema umwerben zu können.

Aber zurück zum Thema. Mit Geingob schwimmt Namibia politisch derzeit oben. Und genau das haben die Genossen in Peking mit feinem Gespür für Interessenpolitik und Großraum-Theatralik erfasst, wo so gut wie nix dem Zufall überlassen wird. Die Anordnung der Flaggen und die Raumordnung für die afrikanischen Gäste in der Rotunde können an die Inszenierung des Reichsparteitags in Nürnberg erinnern, um nich zu sagen: im Großmachtgebaren wetteifern. Hinzu gehört, dass die Protokollchefs die Präsidenten Geingob und Xi Jinping zum bilateralen Flaggenbild Namibia/China mit dem obligatorischen Händedruck für die Kamera als völlig gleichberechtigt und gleichgestellt platziert ham. Wo bei Begegnungen zwischen zwei Staatschefs in der Regel jeweils eine Naionalfahne am Stock hängt, machen es die Politregisseure in Peking der gigantischen Kulisse gemäß noch einmal deutlich: der Händedruck erfolgt vor drei rotchinesischen und drei namibischen Fahnen, fein alternativ aufgestellt, so dass die Sterne des Reichs der Mitte und die namibische Sonne säuberlich eine Horizontale auf Augenhöhe bilden.

Jong, mancher von uns weiß, wie bleddy schwer die Anpassung nach einem sozial-politischen oder auch fremd-kulturellen Höhenflug auf Luxusebene bei der Rückkehr in den Alltag sein kann, in dem Alltag, wo „hier zu Hause is“.

In welch emotionalem Wechselbad steckt Hage bei dem häufigen Kulissenwechsel, wo stets volle Wachsamkeit und komplette Geistesgegenwart gefordert sind?

Und kaum isser aus Peking zurück, da musser sich um die Lappalien des bravourösen Nam-Alltags kümmern, vor allem wenn sein Name - von ihm selbst verschuldet oder nich, bleibt dahingestellt - in die Niederungen des Klatsches um Tribalismus und sonstigen Geskinders geschleift wird. Im indirekten Wortaustausch mit Omushamane Joseph Diescho sollte Geingob allerdings darauf achten, eine bessere Fürsprecherin als eine Parteifunktionärin zu den Schreiberlingen und Radiofritzen zu schicken.

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