15 September 2021 | Gesundheit

Impfung ist „noch“ freiwillig

Die Freiheit einer Person unterliegt „gewissen rechtlichen Beschränkungen“

Obwohl Namibia noch sehr weit von dem Ziel ist, bis März 2022 runde 60 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus vollständig zu impfen, bleibt die Impfung in Namibia - zumindest vorläufig - freiwillig. Das betonte der Präsident gestern, obwohl einige Firmen die Impfplicht eingeführt haben.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Wie erwartet, stand gestern das Thema Impfung bzw. Impfpflicht im Mittelpunkt des jüngsten COVID-19-Briefings, das Präsident Hage Geingob im Staatshaus in Windhoek gehalten hat. Angesichts rückläufiger Infektionszahlen kündigte Geingob einige Lockerungen der Auflagen (bis 15. Oktober) an. Wesentlichste Änderungen: die nächtliche Ausgangsbeschränkung wurde um eine Stunde verlängert und beginnt um 23 Uhr (bis 4 Uhr), derweil die Anzahl zugelassener Personen bei öffentlichen Veranstaltungen auf 150 hochgeschraubt wurde.

Obwohl der Präsident in seiner vorbereiteten Rede sagte, dass die Impfkampagne „erfreuliche Fortschritte“ mache, gab er zugleich Statistiken bekannt, die das Gegenteil beweisen. Demnach hat bis dato 15,1 Prozent der Bevölkerung eine erste Dosis eines COVID-19-Impfstoffs bekommen, derweil lediglich 9 Prozent zwei Dosen erhalten haben. „Dies ist weit entfernt von unserem Ziel, 60 Prozent der Gesamtpopulation bis März 2022 zu impfen und somit die Herdenimmunität zu erreichen“, sagte der Präsident, der Namibier „inständig bat“, sich impfen zulassen.

Geingob machte aber deutlich, dass „bis heute, die Impfung freiwillig bleibt“. Damit reagierte er auf „Diskussionen auf verschiedenen Plattformen über die Impfplicht“. In diesem Zusammenhang erwäge die Regierung „sämtliche verfügbare Optionen“, um das Volk zu schützen, COVID-19 zu überwinden und „unser Land zur Normalität zurückzuführen“. „Diesbezügliche Diskussionen haben bereits begonnen und die Nation wird bald informiert“, sagte Geingob ohne Details zu nennen. Aber: „Wir alle haben individuelle Rechte, die in der Verfassung garantiert werden. Aber das Recht eines Inidviduums hört dort auf, wo das Recht eines anderen beginnt.“

Generalstaatsanwalt Festus Mbandeka deutete in diesem Zusammenhang auf eine mögliche Impfplicht hin, angesichts die „Impfaufnahme sehr gering“ sei. „Gäbe es einen starken Wille der freiwilligen Impfung in der Öffentlichkeit, müssten wir uns diese Frage nicht stellen“, sagte er. Laut der Verfassung genieße jeder Namibier die Freiheit, sagte er und ergänzte, dass diese Freiheit aber gewissen rechtlichen Beschränkungen unterliege. „Dem Arbeitsgesetz zufolge sind Arbeitgeber verpflichtet, nicht nur dem Mitarbeiter, sondern auch Kunden und der Öffentlichkeit eine sichere Umgebung zu bieten“, sagte er. Arbeitgeber könnten daher „Verpflichtungen auferlegen“, dass sich das Personal gegen Gesundheitsrisiken schützen müsse - sich also impfen müsse.

Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula zeigt sich ebenfalls über Zögerungen beim Impfen besorgt. Demnach ist die Anzahl Personen, die mit der ersten Dosis geimpft werden, geringer als die der Personen, die für eine zweite Dosis kommen. „Statistiken bestätigen, dass Personen, die mit bzw. an dem Virus verstorben sind, nicht geimpft waren“, sagte er und versicherte, dass es ausreichend Impfdosen in Namibia gebe.

Indes sind gestern Mittag 108 000 Dosen des Impfstoffs Johnson & Johnson eingetroffen, die die Regierung durch das sogenannte African Vaccine Acquisition Task Team (AVATTY) gekauft hatte. Namibia erwarte zudem mehrere gespendete Sendungen Impfstoffe, die demnächst erwartet werden: 318 720 Dosen AstraZeneca (von Deutschland), 100 620 Dosen Pfizer-BioNTech (von den Vereinigten Staaten von Amerika) und 30 000 Dosen Hyatt Vax (von den Vereinigten Arabischen Emiraten, VAE). Letzterer Impfstoff ist laut Medienberichten „im Wesentlichen der chinesische Sinopharm-Impfstoff, der von den VAE hergestellt wird“.

Gleiche Nachricht

 

Ärzte waren „überfordert“

vor 7 stunden | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/WindhoekDie dritte Infektionswelle, die Namibia vor mehr als zwei Monaten heimgesuchte, hat tiefe Spuren hinterlassen. Das Forum namibischer Privatmediziner (NPPF) hat jetzt...

Impfung ist „noch“ freiwillig

vor 2 tagen - 15 September 2021 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/WindhoekWie erwartet, stand gestern das Thema Impfung bzw. Impfpflicht im Mittelpunkt des jüngsten COVID-19-Briefings, das Präsident Hage Geingob im Staatshaus in Windhoek...

Geingob: „Impfung bleibt freiwillig“

vor 2 tagen - 14 September 2021 | Gesundheit

Swakopmund/Windhoek (er) - Namibia wird keine Impfpflicht einführen. Das hat Präsident Hage Geingob soeben bestätigt und Namibier stattdessen „inständig gebeten“, sich impfen zu lassen. „Einige...

Hage Geingob gibt 34. Briefing

vor 3 tagen - 14 September 2021 | Gesundheit

Swakopmund/Windhoek (er) - Präsident Hage Geingob will um 11 Uhr ein Update über die COVID-19-Lage geben und dabei neue Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie...

Namibia wird von Deutschland nicht mehr als Hochrisikogebiet eingestuft

vor 4 tagen - 13 September 2021 | Gesundheit

Windhoek (km) - Das Robert-Koch-Institut stuft Namibia, geltend ab dem 12. September, nicht mehr als Hochrisikogebiet ein. Bei einer Neubeurteilung der weltweiten Infektionslage hat es...

Mythos Jungfernhäutchen

vor 4 tagen - 13 September 2021 | Gesundheit

Von C. Frentzen, A.S. Galli und R.E. Krüger, dpaJakarta/Neu Delhi/Johannesburg Für frisch Vermählte geht es in der Hochzeitsnacht nicht überall so privat zu wie in...

#aznamnews: Namibia nicht mehr als Hochrisikogebiet eingestuft

vor 6 tagen - 10 September 2021 | Gesundheit

Das Robert-Koch-institut hat heute bekanntgegeben, dass die folgenden Länder „nicht mehr als Hochrisikogebiete gelten“: Argentinien, Bolivien, Ecuador, Frankreich (die Regionen Korsika und Okzitanien sowie das...

Weitere Kirchenführer stellen sich hinter Corona-Impfung

1 woche her - 09 September 2021 | Gesundheit

Windhoek (Nampa/km) - Mehrere traditionelle Autoritäten und Kirchenführer haben ihre Gemeinschaften aufgerufen, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen. Es sei eine moralische Verantwortung und...

Viele Schüler erkranken

1 woche her - 09 September 2021 | Gesundheit

Swakopmund/Windhoek (er) - Obwohl die Anzahl positiver COVID-19-Fälle stetig zurückgeht, werden täglich eine hohe Anzahl erkrankter Schüler gemeldet. In dem gestrigen COVID-19-Update wird es daher...

Auflagen plötzlich geändert

1 woche her - 08 September 2021 | Gesundheit

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/WindhoekLeichte Änderungen der aktuellen Coronamaßnahmen wurden am Montag mit der Veröffentlichung des jüngsten Amtsblatts bekanntgegeben. Somit wurden zwei entscheidende Änderungen vorgenommen, nachdem...