21 Juli 2021 | Gesundheit

Impfstoff-Andrang steigt

Bis September sollen über 750 000 Personen geimpft werden

Die Impfkampagne bekommt wieder Schwung. Besonders erfolgreich ist die Impf-Durchfahrtsstation in Windhoek, wo es gestern großen Andrang gab. Das Gesundheitsministerium hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis Ende September sollen mehr als 750 000 Namibier gegen das Coronavirus geimpft werden.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

„Die Resonanz auf die Impf-Durchfahrtsstation ist unglaublich“, teilte die Gondwana Collection Namibia gestern mit. Bereits am Morgen hätten hunderte Fahrzeuge vor dem Windhoeker Messegelände in einer Reihe gestanden, die Insassen hätten geduldig auf eine Dosis des Impfstoffs Sinopharm gewartet. „Mit derart vielen Autos haben wir nicht gerechnet, daher beträgt die Wartezeit derzeit rund drei Stunden“, teilte Gondwana weiter mit und bedankte sich für die unglaubliche Unterstützung.

Die Impf-Durchfahrtsstation ist eine Initiative von Gondwana und anderen Privatfirmen, um die Impfkampagne in Namibia zu beschleunigen. Aktuell ist landesweit lediglich der Impfstoff Sinopharm erhältlich, eine Lieferung war am Samstag in Windhoek eingetroffen. Auf weitere Sendungen anderer Impfstoffe wird noch gewartet. „Ich habe vier Impfstellen in Windhoek besucht und habe überall lange Schlangen von Menschen gesehen“, zeigte sich Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula erfreut.

Ihm zufolge will das Gesundheitsministerium die Anzahl der Impfstellen erhöhen, um lange Wartezeiten zu verkürzen. „Bis Ende September 2021 wollen wir 750 520 Personen impfen. Bitte helfen Sie uns, dieses Ziel zu erreichen“, erklärte Shangula. Laut dem jüngsten COVID-19-Update haben nahezu 140 000 Namibier die erste Dosis eines Impfstoffs bekommen, 34 700 die zweite. Um Shangulas Ziel zu realisieren, muss sich die Anzahl der geimpften Personen binnen zwei Monaten verfünffachen.

Den Höhepunkt der dritten Infektionswelle hat Namibia jetzt ohne Frage erreicht. „Wir erwarten einen allmählichen Rückgang sowohl bei der Anzahl Neuinfektionen als auch bei der Anzahl der Todesfälle“, erklärte Shangula. Neuinfektionen hätten sich über die vergangenen Wochen stabilisiert und er rechne nicht damit, dass die Neuinfektionen wieder die hohen Werte von Anfang Juni erreichen würden. Die Anzahl Todesopfer in Namibia liegt bei knapp 2 300.

Auch in der Erongo-Region gibt es wieder in allen Krankenhäusern ausreichend Platz für Patienten. Das teilte die regionale Gesundheitsdirektorin Anna Jonas gestern mit und blickte kurz auf die dritte Infektionswelle zurück. „Wenn auf die erste und zweite Infektionswelle zurückschaue, dann dachten wir, dass wir relativ gut vorbereitet sind. Aber die dritte Infektionswelle hat uns überrumpelt und wir haben nicht mit derart vielen Krankenhauspatienten gerechnet, die Sauerstoff benötigen“, sagte sie. „Wir haben gelernt, dass dies ein so noch nie dagewesenes Virus ist, und dass wir uns verbessern und sicherstellen müssen, dass wir genügend Platz in Krankenhäusern haben. Wir müssen zudem vor allem unsere Sauerstoffversorgung erweitern.“

Auch Jonas ruft Namibier auf, sich impfen zu lassen, damit Namibia die sogenannte Herdenimmunität schafft. „Andernfalls wird sich dieser Teufelskreis mit erneuten Lockdowns ständig wiederholen“, sagte sie. Damit stimmte auch Erongo-Gouverneur Neville Andre gestern überein: „Impfstoffe werden uns helfen, wieder zur Normalität zurückzukehren. Das sehen wir bereits in Ländern, wo die Normalität eingekehrt ist.“

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