30 November 2018 | Leserpost

Illegalität wird zur Legalität

Betr.: Katastrophale Forstwirtschaft (AZ 22.11.2018)

Lieber Herr Steffen, was im fernen Nordosten mit dem geschützten Baumbestand geschieht, bedarf eingehender Untersuchung zur Findung Schuldiger. Ansässige, Ausländer wie Ämter, geben hier Entwicklung vor, tatsächlich aber füllen sie sich die Taschen und schauen danach weg. Das Beste wollen sie tun bei dem Handel; in Wahrheit verdecken sie Gesetzesüberschreitung, Bevorteilung und Ausbeutung. Der Raubbau an Natur wird weitergehen, so lange es den meisten um ihr eigenes Wohl geht oder wie bei China um Einflussnahme und Rohstoffsicherung für den eigenen Markt. Chinas Staatsapparat ist darin tätig - vom Süd-Sudan bis Südafrika - dort, wo Bürgerkrieg oder Clanwirtschaft hörige Regime gebildet hat.

In Namibia laufen Chinas Förderbänder zum Mineralabbau, wird Jagd auf wilde Tiere getrieben, illegaler Straßenmarkt mit Electronic für Auftraggeber betrieben und Edelholz aus dem afrikanischen Busch abtransportiert. Dass eine Vereinigung der Freiheitsbewegungen der SADC sich über Kritik von Ausländern an China mit Überwachungsapparat entrüstet hat, darf nicht verwundern. Sind sie doch fast ausnahmslos Gesinnungsgenossen sozialistischer Systeme, aber die wirtschaftliche Macht des großen Bruders haben sie nie erreicht, nachdem die alten Kolonialisten Afrika verließen. Namibia hat der Machtwechsel eine hohe Schulabgangsrate, Arbeitslosigkeit, illegale Besitznahme und Unausgewogenheit von Rechenschaft und Freiheit eingebracht, und dazu durch die Tür zum Osten eingeführte Korruption. Davon zeugen die Umweltschäden, moralischer Verfall, Duldung illegalen Handelns, Gewaltzunahme in großem Maß. Als Utoni Nujoma Landbauminister war, wurde der lokalen Bevölkerung erlaubt, besetztes Staatsland auf 99 Jahre zu pachten.

Illegalität wurde zur Legalität; Leute, die vorher mit Farmwirtschaft gescheitert waren bzw. Arbeitseinsatz scheuten, drängten sich nach Permits zum Holzschlagen, das ihnen die Forstdirektion auf gesetzliche Anordnung gab. Das MAWT behauptet, Nachhaltigkeit und Natur regeneriere sich selbst, wohlwissend, dass niemand sich an natürlichen Ressourcen vergreifen darf, denn es fehlt die EIA-Prüfung. Der Grubenabbau von Sand und Steinbrüche gaben das negative Beispiel vor. Wie lange ein Wald braucht, um unter extremen Bedingungen zur vollen Höhe zu wachsen, ist unbeantwortet. Selbst zur zugelassenen „Ausdünnung“ fehlt die staatliche Kontrolle - weil dazu die Ressourcen fehlen. Wenn wirklich Farmland gewonnen werden soll, wird entbuscht. Auf dem Weg dahin bleiben kleine Stämme, wie Dolfholz, auf der Strecke (left behind like a timber graveyard). Ist der Kahlschlag eingetreten, ist der Boden tot. Wen will Namibia hier der Klimaerwärmung beschuldigen?

Die vom Staat bevorzugten Landbesetzer, genannt Farmer, handelten mit dem Investor einen Preis aus. Die Forstbehörde gestattete den Farmern selbst die Unbedenklichkeitsprüfung der Ländereien vorzunehmen und nahm sie noch ab. Der „Entwickler“, der die Arbeit macht und die Maschinen ins Land bringt, schlägt daraus Kapital, wie Einkauf und Verkauf zeigen. Wohl haben sich ein paar Ansässige ein Haus gebaut, aber dem Wild wird im Zuge einer Politik des Jetzt und Heute der Lebensraum genommen, wo zukünftige Generationen auch keinen Platz mehr haben werden.

Darin sind sich Politbüro und Zentralkomitee beider Staaten sehr ähnlich. Sie bedienen sich als Privilegierte auf Kosten der Bevölkerung und ihr Wachstum wird nicht begrenzt. Immerhin: In China müssen für Korruption die Köpfe rollen, hier wird wegen des Einheitspathos` geschwiegen. Als ich unlängst einen Staatsdiener bei der Aufklärung von Diebstahl darauf hinwies, bekam ich zu hören: „Ek sal my brood nie uit my mond uit haal nie.“ Solange die Korruption in den Ministerien, in den staatlichen Betrieben und letztlich beim Gesetzgeber verneint wird, hat dieses Land keine Zukunft. Mit besten Grüßen,

Bernd Seefeldt

Swakopmund

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