27 Februar 2019 | Wirtschaft

Husab-Mine nach Demo lahmgelegt

Gewerkschaft fordert sofortige Kündigung aller chinesischen Arbeiter

Der Betrieb bei dem größten Bergwerk Namibias, die Husab-Uranmine, wurde gestern vollständig eingestellt, nachdem die Minenarbeitergewerkschaft (MUN) den Vorwurf wesentlicher Sicherheitsmängel erhoben hat. Außerdem fordert MUN, dass allen Chinesen in Trainingspositionen gekündigt wird und Namibier ihre Positionen füllen.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Arandis

Die erhobenen Anschuldigungen richten sich vor allem gegen den chinesischen Sprengauftragnehmer Beifang Mining Services cc, der wesentliche Sicherheitsmaßnahmen seit dem Jahr 2016 missachtet haben soll. Das zumindest meint die Minenarbeitergewerkschaft (MUN) in einer Petition, die gestern im Namen aller Arbeiter von Swakop Uranium an die Geschäftsleitung überreicht worden ist.

„Wir haben den Betrieb gestoppt, um die Vorwürfe gründlich zu untersuchen“, teilte Percy McCallum, Leiter der Personalabteilung und Unternehmensförderung von Swakop Uranium, mit und ergänzte: „Die Sicherheit ist unsere oberste Priorität.“ Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden soll, blieb in der kurzen Erklärung von McCallum ungenannt.

„Unter eurer (chinesischen) Führung wird bei Angelegenheiten rund um chinesische Expatriierter ein Auge zugedrückt, nicht aber bei Namibiern“, heißt es in der Petition. Und: „Es wird nichts gegen eure (chinesischen) Landsleute unternommen, wenn sie verantwortungslos mit Sprengsätzen umgehen.“ Darüber hinaus würden Chinesen, sobald sie auf ihr Verhalten aufmerksam gemacht würden, lediglich mit Worten wie „scheiß auf die namibischen Gesetze“ antworten.

In der Petition werden außerdem zwölf Vorfälle gelistet, bei denen „inkompetent“ mit Sprengsätzen gehandelt worden sei – allein drei dieser Fälle sollen sich in diesem Monat ereignet haben. So seien zwei Mal geladene Sprengstoffe von Baggerfahrern im Tagebau „gefunden“ worden, wobei eine dieser Ladungen „beinahe detoniert“ sei. Am 12. Februar diesen Jahres sei zudem tatsächlich ein Sprengsatz explodiert, nachdem ein Schaufelkübelbagger während des laufenden Betriebs in Kontakt mit dem Stoff gekommen sei – Verletzungen habe es jedoch keine gegeben. „Und obwohl dieser Vorfall gemeldet worden ist, wurde der Betrieb nicht gestoppt – dabei hätte es viele Todesfälle geben könnten“, heißt es dazu.

Ein weiterer Vorfall habe sich zudem bereits im Februar 2018 im Tagebau ereignet: Ein Vorgesetzter habe sich dort bei Arbeitern über eine geplante Sprengung erkundigt, als diese „plötzlich“ explodiert sei, derweil sich die Arbeiter noch in der Grube aufgehalten hätten – auch hier sei niemand verletzt worden, doch auch nach diesem Vorfall sei der Betrieb nicht gestoppt worden.

Weiter sind in der Petition mehrere Fälle gelistet, bei denen Arbeiter entweder „rein zufällig“ auf geladene Sprengstoffe im Tagebau gestoßen oder einer unerwarteten Explosion nur knapp entkommen sein sollen. „Das ist beim Umgang mit Sprengsätzen völlig inakzeptabel“, lautet es.

Des Weiteren werden in dem Schriftstück schwere Vorwürfe erhoben, wonach chinesische Angestellte bevorzugt würden. Als Beispiel werden „drei Chinesen“ in den Vordergrund gestellt, die „ohne Genehmigung in die abgesperrte Kugelmühle eingestiegen sind und beinahe zerquetscht wurden“, als diese gestartet werden sollte. Hier sei ebenfalls nichts unternommen worden.

„Das grundlegende Problem besteht darin, dass chinesische Expatriierte die Befugnisse lokaler Experten missachten“, heißt es. Aus diesem Grund fordere die Gewerkschaft den Geschäftsführer von Swakop Uranium, Cai Yuesheng, auf, sein „herrisches Verhalten“ zu ändern und werde andernfalls mit dem namibischen Gesetz konfrontiert. Ferner fordert die Gewerkschaft, dass McCallum sowie die zwei weiteren Personen der Geschäftsleitung, Angula Kalili und Gelasius Sechwaco, mit ihrem „Ja Chef, ok Chef“-Verhalten und ihrer „Feigheit“ gegenüber Yusheng aufhören und stattdessen im Interesse der namibischen Arbeiter auftreten müssten.

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