11 Februar 2020 | Lokales

Hunde-Welpen werden Ohren abgetrennt

Polizei-Schlussfolgerung: Es ist kein direkter Fall der Tiermisshandlung

Einem Pitbull-Terrier-Welpen wurden am Sonntag in Walvis Bay die Ohren abgetrennt - die Gesellschaft der Hafenstadt ist entrüstet und fordert eine strafrechtliche Verfolgung wegen Tiermisshandlung. Die Polizei ist anderer Meinung: Es handele sich um eine „traditionelle Behandlung“.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis Bay

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich am Sonntag die Nachricht an der zentralen Küste, nachdem einem Pitbull-Terrier-Welpen die Ohren am Strand des Walvis Bayer Independence-Beach abgetrennt worden waren. Dem Tier geht es inzwischen gut. „Der Vierbeiner befindet sich in Sicherheit“, versicherte die örtliche Zweigstelle des Tierschutzvereins S.P.C.A. gestern.

„Wir haben den Fall untersucht, aber niemand wurde festgenommen“, sagte Ileni Shapumba, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Polizeibeamte der Erongo-Region. Das bestätigte auch Polizeisprecher Daniel Gurirab: „Es hat bisher niemand eine Anzeige erstattet.“ Als Grund dafür erklärte Shapumba, dass es sich bei dem Vorfall „nicht direkt um einen Fall der Tiermisshandlung“ gehandelt habe. „In dieser Gesellschaft besteht eine Tradition, laut der einem Tier, das nicht fressen will, ein kleines Stück seiner Ohren abgetrennt wird, um es zu heilen bzw. es zu behandeln“, erklärte Shapumba. Die Wunden würden danach in Salzwasser „gewaschen“ werden, was in diesem Fall auch geschehen sei. Am Strand hätten allerdings Einwohner das verletzte Tier gesehen, wonach Fotos gemacht und jene im Internet veröffentlicht worden seien.

„Täglich kommen derartige, auf Traditionen basierende Fälle vor. Aus diesem Grund sieht man in den Stadtteilen Tutaleni auch viele Hunde herumlaufen, deren Ohren Schnittwunden aufweisen oder deren Schwanz abgetrennt wurde“, meinte Shapumba weiter. Er verglich den Fall mit der Behandlung von Rinderbullen: „Bullen werden die Hoden abgetrennt, damit sie als Ochse größer und fetter werden.“ Bei der Behandlung des Hundes habe es sich um einen ähnlichen Fall gehandelt. Aus diesem Grund sei weder Anzeige erstattet noch eine Person festgenommen oder zur Rechenschaft gezogen worden.

Die Behandlung des Welpen sei dennoch bedauerlich gewesen. „Der örtliche Tierschutzverein muss Einwohner aufklären und sensibilisieren“, forderte Shapumba - dadurch könnten derartige traditionelle Behandlungen vermieden werden. „Wenn Einwohner wissen, dass sie sich an den S.P.C.A. wenden können, dann werden sie dies bestimmt bevorzugen“, so der Polizist.

Über den Vorfall wollte sich der Walvis Bayer Tierschutzverein gestern nicht äußern. „Der Fall ist in den Händen der Polizei. Sobald die Ermittlungen abgeschlossen sind, werden wir eine Erklärung veröffentlichten“, kommentierte Manager Alfred Schmidt das Geschehen gestern. Schmidt versicherte allerdings, dass sich der Pitbull-Welpe sowie ein weiterer Mischlingshund, der kurz zuvor ähnlich verletzt worden sei, in Sicherheit befänden.

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