24 Dezember 2014 | Lokales

Hütten werden heute gebaut

Von Erwin Leuschner Swakopmund Wir haben mit der Polizei verhandelt und uns geeinigt, die Grundstücke zu räumen, weil diese für den Verband der Barackenbewohner (Shack Dwellers Federation) bestimmt sind“, sagte Gotthardt Kandume, Initiator der Landbesetzung, gestern im Gespräch. Er ergänzte: „Wir werden aber ein großes Stück Boden westlich davon besiedeln, und das heißt nun ‚Kandume’s Hillside’.“ Die radikale Maßnahme der Landbesetzung begründet er nach wie vor mit seinem Antrag auf ein Grundstück, auf eine Antwort warte er 20 Jahre. „Die von uns gewählten Stadtratsmitglieder besitzen fünf Grundstücke, aber wir haben nichts. Ich bin 43 Jahre alt und noch immer lediglich ein Mieter. Wir sind frustriert“, sagte er. Nach eigenen Angaben wohnt Kandume in einer Hütte zusammen mit seinen sieben Kindern und Enkelkinder dazu. Deshalb: „Mein Vermieter will mich vertreiben, weil wir zu viele Personen in der Hütte sind.“ Ferner übt Kandume scharfe Kritik an der hiesigen Regierung. „Wir haben Jahre lang (für Namibias Unabhängigkeit) gekämpft. Aber nach 24 Jahren Unabhängigkeit ist die Situation schlimmer als zuvor. Das vorige Regime war besser. Das Buren-Regime war besser“, sagt er. Denn: „Damals haben wir nicht wie Sardinen in Baracken gehaust.“ Die Verlegung der „Affirmative Repositioning“ in Swakopmund wird aber nicht das Ende der illegalen Landbesetzung bedeuten. „Wenn wir hier fertig sind, dann werden wir die Farmen einnehmen. Wir werden die Zäune kappen und unsere Tiere auf das Land treiben“, drohte er. Laut Kandume, der auch der Präsident der Partei Christian Democratic Voice ist, wird er heute zusammen mit anderen Besetzern die erste Baracke errichten. „Wir sind eine Gemeinschaft und helfen einander“, begründete er diese Maßnahme. Für andere Baracken sucht er noch das Material und bittet daher um Spenden. Nach seinen Angaben handelt es sich um 6000 Personen, die dort Grundstücke ausgesucht und mit Schildern versehen haben. „Wir werden das ganze Areal besetzen“, sagte er. Obwohl Kandume noch immer davon ausgeht, dass der inzwischen entlassene SWAPO-Jugendligist Job Amupanda die Landbesetzung unterstütze, hat sich Amupanda selbst von der Swakopmunder Besetzung distanziert. Dies soll er im Interview mit der Nachrichtenagentur Nampa gesagt haben: „Ich habe die Situation in Swakopmund bewertet und werde im kommenden Jahr in die Stadt reisen und mich mit der Stadtverwaltung über Massenanträge auf Grundstücke unterhalten“, sagte er. Und: „Affirmative Repositioning ist die einzige realistische Art und Wiese, die Behörden zu zwingen, das Land zu vergeben.“ Amupanda hat ferner ein Ultimatum gestellt: Sollte die Regierung bis 31. Juli 2015 das Landdilemma nicht gelöst haben, will er seinen Anhängern landesweit die Erlaubnis geben, Grundstücke zu besetzen. „Derzeit sind es mehr als 50000 Jugendliche, die dazu bereit sind“, sagte er im Nampa-Gespräch.

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