08 April 2020 | Bildung

Hochschulen gehen auf Distanz

Umstellung „ohne Umstände“: Universitäten setzen auf Fernunterricht

Wie das Schulwesen, sehen sich auch höhere Bildungseinrichtungen mit der Frage konfrontiert, wie sie trotz der Maßnahmen zum Kampf gegen die COVID-19-Pandemie mit dem Unterricht fortfahren können. Im Gegensatz zu den Schulen meinen die Universitäten, deutlich besser vorbereitet zu sein.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Hiesige Hochschulen sind zuversichtlich, dass sie ihr Unterrichtsmodell den Umständen anpassen und ihren Studenten künftig den Lernstoff auch aus der Ferne übermitteln können. Das betonten Vertreter der Universitäten UNAM (University of Namibia) und NUST (Namibia University of Science and Technology) gestern bei einer Pressekonferenz in Windhoek.

Sowohl Dr. Delvaline Möwes, Direktorin für Fernlehrgänge bei der NUST, als auch ihre Kollegin von der UNAM, Dr. Maggy Beukes-Amiss, sind der Meinung, dass es den beiden Universitäten ein Leichtes sei, angesichts der Covid-19-Pandemie auf den Fernunterricht umzusteigen. Beide wiesen darauf hin, dass im Rahmen des sogenannten Long-Distance-Learning-Ansatzes bereits fundierte Systeme vorhanden seien, die einen solchen Umstieg „ohne viele Umstände möglich machen“. Bedenken, dass dabei die Qualität des Unterrichts eingebüßt werde, gibt es nicht.

Diese Aussage steht im Gegensatz zu einer NANSO-Stellungnahme des Vortages. Die Studentenorganisation (Namibia National Students Organisation) hatte erklärt, dass der Unterricht nicht fortgesetzt werden dürfe, da nicht jeder Studierende über einen Internetanschluss verfüge. Doch wie Möwes von der NUST sagte, gibt es keine „perfekte“ Lösung und daher muss die Hochschule die „beste“ Alternative anstreben. Ihre Kollegin von der UNAM fügt hinzu, dass Flexibilität der Schlüssel sei und „kein Student zurückgelassen“ werde - für wen ein Fernstudium nicht in Frage komme, soll sich melden.

„Studenten dürfen allerdings vor dieser neuen Art des Lernens im digitalen Zeitalter auch keine Angst haben“, so Beukes-Amiss. Aus diesem Grund habe die UNAM eine eigene Webseite eingerichtet, auf der den Studenten das Konzept virtueller Klassenzimmer erklärt wird, und welche Software sie herunterladen können. Zudem stelle die Universität Studierenden 3G- und 4G-Geräte zur Verfügung, die ihnen Zugang zum Internet samt eines monatlichen Datenvolumens von zehn Gigabyte ermöglichen.

Dr. Alfred van Kent, Staatssekretär des für höhere Bildung zuständigen Ministeriums, unterstrich auch, wie wichtig Zahlen und Fakten seien, gerade was die Anzahl Studenten mit Internetzugang betreffe. Laut einer Umfrage der NUST besitzen lediglich 27 Prozent von rund 7000 befragten Studenten, die regulär unterrichtet werden, kein Mobilfunkgerät, Laptop oder Computer. Die UNAM berichtete derweil, dass 94 Prozent der Studenten auf der virtuellen Lernplattform der Universität registriert seien und seit zwei Jahren sei der Großteil des Lernstoffs auch online abrufbar. Van Kent wies aber auch darauf hin, dass die verfügbare Bandbreite und die Erschwinglichkeit der Daten für eine Umstellung relevant seien.

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