23 Oktober 2020 | Meinung & Kommentare

Hilfe kommt jetzt zu spät

Am 15. Oktober stand in der AZ: „Seit fünf Tagen wütet ein Veldbrand im Etoscha-Nationalpark(…) auch 14 Farmen östlich des Nationalparks sind betroffen.“ In allen Medien wurde darüber berichtet und auf Internetseiten wurden massenweise Brände beobachtet. Nicht etwa aus Langeweile, sondern weil es sich auch um Farmer handelt, die verständlicherweise wissen wollen, welche Gefahr sich auf sie und ihre Tiere sowie Anpflanzungen zubewegt.

Es geht nicht nur um die Etoscha-Pfanne und seltene Tiere, sondern auch um die Farmtiere und das Wild, dass sich auf Farmen befindet. Wie kann es da sein, dass der Umweltminister und seine Leute sich diese Tage bei der Unterzeichnung von Abkommen ablichten lassen, aber wiederholte Nachfragen seitens der Medien ignorieren? Nur um dann nonchalant anzukündigen, dass 2545 Quadratkilometer abgebrannt sind. Warum blieben sie nicht am Ball und warum wussten sie nicht wie ernsthaft die Lage ist? Da wird ein Veldbrand mit alten Farbeimern gelöscht?!

Die Karte, auf der die Brandoberfläche mitsamt Maßstab angegeben ist, zeigt jedenfalls nicht nur 2545 km² verbrannte Erde, sondern einiges mehr. Die Oberfläche der Salzpfanne beträgt 4760 km² und das verbrannte Veld ist nicht so viel kleiner als diese Pfanne.

Aber auch das Landwirtschaftsministerium hat in keiner Weise den umliegenden Farmern beigestanden. Die Farmer wurden jetzt aufgefordert moderner zu denken und die Landwirtschaft neu zu beleben, doch dann sieht man tatenlos zu, wie die Farmen seit einem Monat en Masse abbrennen.

Beide diese Ministerien haben wiederholt ihre Sorge über die Auswirkungen der Dürre und darauf folgenden COVID-19-Pandemie zum Ausdruck gebracht. Und doch bekommen sie es nicht auf die Reihe, ihren Kollegen und Verteidigungsminister um Hilfe zu bitten! Und freiwillig wird dieser natürlich nie helfen.

Die Hilfe kommt wie immer in diesem Land dann, wenn der Schaden nicht mehr eingegrenzt oder verhindert werden kann - eine wirklich verantwortungsvolle Regierungsführung.

Frank Steffen

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