15 Mai 2020 | Bildung

Hiesige Schuldebatte gewinnt an Fahrt

Bildungsministerium berät über einen möglichen Unterrichtsbeginn im Juni

Die Debatte über die namibische Schulbildung reißt nicht ab. Besonders im Fokus steht ein frühzeitiger Unterrichtsbeginn der Klassen 11 und 12, um die Beendigung des Lehrplans noch in diesem Jahr zu ermöglichen und im Anschluss keinen Zeitverzug an südafrikanischen Hochschulzulassungen auszulösen.

Von Steffi Balzar

Windhoek

Es ist noch keine Entscheidung gefallen, wann die Schulen wieder öffnen. Dies erfuhr die AZ gestern auf Nachfrage beim namibischen Bildungsministerium. Laut einer Presseerklärung hat das Ministerium in dieser Woche Beratungen mit allen Beteiligten des Bildungssektors geführt und eine Empfehlung bezüglich eines möglichen Schulöffnungstermins an das Kabinett weitergeleitet. Es hieß, dass die Entscheidungsfindung auf höchster Regierungsebene stattfinde und dann eine entsprechende Ankündigung folgen werde. Das Ministerium bat ferner um die Geduld aller Beteiligten.

Medienberichten zufolge ging es bei dem Treffen primär um eine mögliche Schulöffnung am 3. Juni und eine damit verbundene Beendigung des Schuljahres im Dezember. Bei dieser Option würden die nationalen externen Prüfungen für NSSC-O und NSSC-H (Klassen 11 und 12) am 26. Oktober beginnen und bis zum 18. Dezember andauern. Die Matrik-Ergebnisse könnten dann im Januar oder Februar 2021 erscheinen. Stimmen aus dem Bildungssektor ließen immer wieder verlauten, dass ein Abschluss des Schuljahres 2020 im Dezember die einzige Möglichkeit sei, eine südafrikanische Hochschulzulassung ohne Zeitverzug zu gewähren.

Ein separates Beratungsgespräch mit Privatschulen und anderen Vertretern von Lehrer- und Studentengewerkschaften soll laut Ministerium am Dienstag stattgefunden haben. Die Schulleiterin des Windhoek Gymnasiums, Colette Rieckert, soll kurz darauf laut einem Radiosender angegeben haben, dass im Prinzip bei diesem Gespräch schon eine Entscheidung gefallen sei. Ein Schulbeginn der Klassen 11 und 12 sei somit für den 3. Juni beschlossen worden sein. Rieckert gab dem Sender nach bekannt, dass sie im Namen der Vereinigung der Privatschulen sprach.

Schon in der vergangenen Woche gab es Unruhen zwischen den Privatschulen, da Rieckert nicht näher auf den Unterschied zwischen der plötzlich entstandenen Vereinigung der Privatschulen und dem offiziellen Verband der Privatschulen in Namibia (NAPSO) eingegangen war (AZ berichtete). Auf AZ-Nachfrage, namens welchem Verband Rieckert mit dem Radiosender gesprochen hatte, antwortete sie: „Wir haben die Vereinigung für Privatschulen in Namibia (Association for Private Schools in Namibia) gegründet, die die größeren englischen Privatschulen und Schulen vertritt, die dem NSSC-Lehrplan folgen – insgesamt 71 Schulen und 70000 Schüler. NAPSO ist eine afrikaanse Organisation, die die kleineren afrikaansen Privatschulen vertritt.“

Im Nachbarland Südafrika, hat indessen die Fachschaft für Erziehungswissenschaft, laut einem Dokument, das der AZ vorliegt, dem Fachausschuss für Bildung vorgeschlagen, das Schuljahr noch im Dezember zu beenden. Es wird unter anderem empfohlen, die Prüfungen, die in der Mitte des Jahres ausgefallen waren, mit den Abschlussprüfungen im November/Dezember zusammenzulegen. Die Ergebnisse sollen dann im Januar 2021 veröffentlicht werden.

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