30 Juni 2020 | Wirtschaft

Hiesige Produktion ankurbeln

Regierung will Unternehmern, Handel und Investitionen fördern

Handel- und Unternehmens-förderung sowie Industrialisie-rung stehen ganz oben auf der Prioritätenliste des Wirtschafts- ministeriums, das eine entschei-dende Rolle spielt, in Namibia ein geschäftsfreundliches Umfeld zu schaffen, in dem der Privatsektor gedeihen und Jobs liefern kann.

Von Clemens von Alten

Windhoek

Ob grenzüberschreitender Handel, Förderung von Kleinunternehmen, Anreize für Investitionen oder Impulse für die Großindustrie – das Ministerium für Industrialisierung und Handel ist auf vielen Fronten aktiv, erhält aber im laufenden Berichtszeitraum deutlich weniger Mittel: Im aktuellen Haushaltsentwurf werden dem Ressort von Ministerin Lucia Iipumbu rund 174,8 Millionen Namibia-Dollar zugeteilt im Vergleich zu 295 Mio. N$ im Vorjahr.

Der Löwenanteil der Mittel in Höhe von 54,2 Mio. N$ ist für das Sonderprogramm zur Industrialisierung (SIP) vorgesehen, das vor allem das herstellende Gewerbe in Namibia vorantreiben soll. „Wir wollen die Produktion steigern und diversifizieren, und die Wertschöpfung steigern“, so Iipumbu. Laufende Projekte, denen Mittel zur Verfügung gestellt werden, sind das Rindfleisch-Kaltlager in Walvis Bay, das Karibiber Zentrum für (Halb-)Edelsteine sowie die zweite Bauphase der Prüfstelle des Normeninstituts (NSI) in der Hafenstadt. Zudem habe das Ministerium bereits die Kavango Cattle Ranch „wiederbelebt“, das Naute-Dattel- und Trauben-Projekt begonnen und die Biomasse-Industrie in Otjiwarongo angekurbelt.

Weitere 51,5 Mio. N$ sind für Industrie- und Unternehmensentwicklung veranschlagt. „Wir werden uns mit der wettbewerbsorientierten Industrie befassen und uns zum Ziel setzen, hiesige Wertschöpfungsketten auszubauen, damit sie einen größeren Wirtschaftsbeitrag leisten“, so die Ministerin. „Die „Growth at Home“-Strategie konzentriere sich dabei auf die folgenden Bereiche: landwirtschaftliche Verarbeitung, Lederprodukte, Pharmazeutika, Halbedelsteine und Schmuck, Holzkohle und Biomasse sowie die Herstellung von Schutzausrüstung (PPE) im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie.

Ferner investiere das Ministerium in die Infrastruktur, da industrielle Gelände und Grundstücke Mangelware und damit sehr teuer seien. „Bis dato haben wir durch die Entwicklungsagentur NIDA 49 SME- und Industrie-Parks errichtet, die von 676 Unternehmern genutzt werden“, erklärte Iipumbu. „Diese kleinen Unternehmen beschäftigen insgesamt 5088 Menschen und während der Bauzeit wurden 7277 vorübergehende Jobs geschaffen.“ Zudem seien die folgenden Projekte unlängst abgeschlossen worden: eine Bekleidungsfabrik und ein Möbelwerk in Keetmanshoop, eine Gerberei in Ondangwa, die zurzeit einen Betreiber sucht, jeweils ein Indus­triepark in Brakwater (Windhoek), Outapi und Walvis Bay, sowie das Kavango Thatch Grass Logistics Centre in Rundu.

Außerdem habe das Ministerium „Bekleidungsexperten“ damit beauftragt, die namibischen Produktionskapazitäten für Schuluniformen hierzulande zu ermitteln. Zuvor hatte das Kabinett das Bildungsministerium beauftragt, den Import von Schulkleidung binnen zweier Jahre einzustellen, um die hiesige Textilindustrie zu fördern.

Zudem seien der Handelsförderung 19,9 Mio. N$ zugewiesen worden. Auf hiesiger Seite will das Ministerium beispielsweise Abläufe an Grenzübergängen optimieren, um den Handel mit dem Ausland anzutreiben. Gleichzeitig versuche die Regierung weiterhin, präferenziellen Zugang für namibische Produkte zu Märkten in anderen Ländern zu sichern. Derweil sind 2,4 Mio. N$ für Investitionsimpulse vorgesehen, die vor allem in einer neuen, noch nicht abgeschlossenen Gesetzgebung (Namibia Investment Promotion Act) enthalten seien.

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