31 Juli 2013 | Wirtschaft

Hiesige Produkte fördern

Ein wesentlicher Bestandteil des hiesigen Wirtschaftswachstums bleibt die Wertschöpfungskette im Land und die Unterstützung der hiesigen Herstellung. „Das Bedürfnis, dass in Namibia hergestellte Produkte auf den Regalen der Einzelhändler landen, wird auch im vierten staatlichen Entwicklungsplan (NDP4) unterstrichen“, erklärte gestern der Minister für Handel und Industrie, Calle Schlettwein, in Windhoek während einer öffentlichen Diskussionsrunde zum Einzelhandel und Vertrieb in Namibia. Der Deutschsprachige trat mit dem Vorschlag einer namibischen Charta für den Einzelhandel (Namibian Retail Charter) an die Interessenvertreter heran. Dieses freiwillige Abkommen würde die teilnehmenden Unternehmen verpflichten, gewisse Prinzipien und Verpflichtungen zu befolgen, die in der Charta enthalten wären. Punkte wie das Benutzen hiesiger Lieferfirmen, Fokus auf Produkte namibischen Ursprungs, hiesige Beteiligung, Verbraucherschutz, Geschlechtergleichheit usw. wolle der Minister als Grundwerte festlegen. Von Seiten der Einzelhändler wurde das Argument gebracht, dass viele benötigte Produkte in Namibia nicht erhältlich seien. Außerdem gebe es bei vielen der hiesigen Waren weder Qualitätskontrolle noch Produktgarantie. „Doch ebenso gestaltet es sich für viele Kleinproduzenten schwer, ihre Produkte auf den hiesigen Markt zu bringen“, erklärte der Staatssekretär des Ministeriums für Handel und Industrie, Malan Lindeque. Außerdem gebe es ein Problem beim Austausch zwischen Einzelhandel und dem herstellenden Gewerbe in Namibia: Die Manufaktur sei nicht über die Bedürfnisse des Einzelhandels informiert, derweil der Handel nicht wisse, welche Waren aus namibischer Produktion erhältlich sind. Als Beispiel für ein Unternehmen, das namibische Lieferanten und Produzenten fördert und entwickelt, nannte Lindeque das Kaufhaus Game, ein Tochterunternehmen des südafrikanischen Konzerns Massmart, der unlängst von der US-Billigladenkette Walmart aufgekauft wurde. Die namibische Regierung hatte die neuen Eigentümer aus Übersee per Fusionsauflage gezwungen, auch hiesige Produkte anzubieten und namibische Bezugsstellen für Waren zu fördern (AZ berichtete). „Wir haben eine Nahrungsmittelabteilung eingerichtet, um hiesige Produkte anbieten zu können. (…) Denn ein Großteil der Produkte im Sortiment der Game-Kette ist auf dem namibischen Markt nicht erhältlich“, erklärte der namibische Game-Geschäftsleiter Riaan White. Er glaube nicht, dass der Einzelhandel abgeneigt ist, Produkte aus namibischer Herstellung zum Verkauf anzubieten, „doch wenn wir mit einem Produkt kein Geld machen können, kann man nicht von uns erwarten, diese Ware in unsere Regale zu stellen“, erklärte White. Vertreter des Unternehmens Agra, das sich hauptsächlich auf die Landwirtschaft spezialisiert, vertraten die Meinung, dass es bei hiesigen Waren und Gütern an Kontrolle mangele. „Es gibt keine Qualitätskontrolle. Wir brauchen Standards, Qualität, Garantien und kontinuierliche Lieferungen“, erklärte der Agra-Leiter für den Einzel- und Großhandel, Arnold Klein. Dasselbe Argument vertrat auch Rudolph Fourie, Geschäftsführer der Supermarktkette Woermann Brock: „Wir als Einzelhändler müssen für unsere Produkte bürgen.“ Dem entgegnete Lindeque: „Wer bürgt bei den Supermärkten für die eventuelle Pestizidbelastung von beispielsweise Tomaten, die aus Namibia stammen?“ „Qualität, Preise und Einheitlichkeit sind sehr wichtig“, meinte indes Robert Voigts vom Unternehmen Wecke&Voigts. Von Clemens von Alten, Windhoek

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