11 Februar 2020 | Sport

Herrmann, Peiffer und Doll als Hoffnungsträger zur Biathlon-WM

Östersund (dpa) - Vom 13. bis zum 23. Februar finden in Antholz die Biathlon-Weltmeisterschaften statt. An neun Wettkampftagen geht es um insgesamt zwölf Titel. Das deutsche Team tritt mit sechs Männern und fünf Frauen an. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet vor dem Saison-Highlight der Skijäger in Italien die wichtigsten Fragen.

Wo geht es hin?
Zum sechsten Mal nach 1975, 1976, 1983, 1995 und 2007 finden die Welttitelkämpfe im italienschen Biathlon-Mekka Antholz statt. Die Gemeinde mit rund 2900 Einwohnern liegt in Südtirol und umfasst das Antholzer Tal sowie einen kleineren Teil des Pustertals. Die auf über 1600 Meter Höhe gelegenen Strecke sind die höchsten im Weltcup und gelten als anspruchsvoll. Die Südtirol-Arena liegt am Antholzer See, umrahmt von den Bergen der Rieserfernergruppe und der Villgratner Berge. Nicht weit weg ist der Staller Sattel (2052 Meter).

Wie lief die letzte WM 2019 in Östersund für das deutsche Team?
Denise Herrmann räumte mit Gold in der Verfolgung, Silber in der Mixed-Staffel und Bronze im Massenstart einen ganzen Medaillensatz ab. Zudem krönte sich Arnd Peiffer zum Einzel-Weltmeister, die mittlerweile zurückgetretene Laura Dahlmeier gewann zweimal Bronze - im Sprint und der Verfolgung. Zudem holte die Männer-Staffel Silber.

Wer hat jetzt Medaillenchancen im deutschen Team?
Realistische Chancen hat bei den Damen nur Denise Herrmann. Die 31-Jährige aus Sachsen gewann das Einzelrennen von Pokljuka und war Zweite im Sprint von Ruhpolding. Wenn sie am Schießstand gut durchkommt, kann sie in jedem Rennen die Podestplätze angreifen. Bei den Männern sind Benedikt Doll und Arnd Peiffer allemal für Medaillen gut. Johannes Kühn, Philipp Nawrath und Philipp Horn könnten für Überraschungen sorgen.

Wie sieht es sonst beim deutschen Team aus?
Die immer wieder mal kränkelnde Franziska Preuß müsste läuferisch enorm zulegen, um wieder die Top drei angreifen zu können. In Topform kann sie das auf jeden Fall schaffen. Vanessa Hinz ist für die Top Ten gut. Für Janina Hettich und Karolin Horchler geht es bei ihrer WM-Premiere um solide Leistungen. Bei den Männern ist Routinier Erik Lesser wie Hettich und Horchler auch ohne erfüllte WM-Norm dabei. Er dürfte aber nur im Single-Mixed zum Einsatz kommen.

Was ist mit den Routiniers Simon Schempp und Franziska Hildebrand?
Simon Schempp holte in Südtirol fünf seiner zwölf Weltcupsiege, gilt als Antholz-Spezialist. Doch die langjährige deutsche Nummer eins ist nicht dabei. Der 31-Jährige durchlebt wie im Vorjahr eine schwierige Saison, kam überhaupt nicht in Form. Nicht nur deshalb wurde der viermalige Weltmeister beim Heim-Weltcup in Ruhpolding aus dem Team genommen. Der Uhinger soll nun bei der EM starten. Die 32-jährige Hildebrand ist völlig außer Form und schaffte die WM-Norm nicht.

Wer sind die Favoriten?
Bei den Männern gehen alle WM-Titel über den Norweger Johannes Thingnes Bö. Der 26-Jährige, der in der Vorsaison mit 16 Siegen den Gesamtweltcup holte, gewann bisher sechsmal, dabei fehlte er wegen der Geburt seines Sohnes in Oberhof und Ruhpolding sogar. Er dürfte sich mit dem fünfmaligen Saisonsieger Martin Fourcade aus Frankreich große Kämpfe liefern. Ohnehin sind die Franzosen mannschaftlich extrem stark. Bei den Frauen ist es ausgeglichener: Die sechsmalige Saisonsiegerin Tiril Eckhoff aus Norwegen, ihre Teamkollegin Marte Olsbu Röiseland, Italiens Star Dorothea Wierer und Hanna Öberg aus Schweden gehören zu den Favoritinnen.

Wer sind die erfolgreichsten Skijäger bei einer WM?
Laura Dahlmeiers Bestmarke von 2017 in Hochfilzen mit fünfmal Gold und einmal Silber ist nur schwer zu knacken - wenn dann vielleicht von Johannes Thingnes Bö. Nur die Norwegerin Tora Berger holte bisher bei einer WM auch in allen sechs Rennen Edelmetall (4 Gold/2 Silber). Fünf Medaillen schafften unter anderen Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner, die Franzosen Martin Fourcade und Raphael Poirée sowie Emil Hegle Svendsen und Bös älterer Bruder Tarjei.

Wie sieht das deutsche Team aus?
Männer: Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), Benedikt Doll (Breitnau), Erik Lesser (Frankenhain), Johannes Kühn (Reit im Winkl), Philipp Nawrath (Nesselwang), Philipp Horn (Frankenhain)
Frauen: Denise Herrmann (Oberwiesenthal), Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld), Franziska Preuß (Haag), Vanessa Hinz (Schliersee), Janina Hettich (Schönwald) (Foto: dpa)

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