27 August 2015 | Politik

Heldengedenken sehr zeitgebunden

Die Erinnerungskultur einer jeglichen Epoche ist zugleich ein Spiegel des vorherrschenden Zeitgeistes, der Selbstdarstellung und der Selbstfindung. Die Herrschenden konstatieren damit ihren Anspruch auf Deutungshoheit, dass Geschichte nach gängigen Gesichtspunkten, Propagandaakzenten und dogmatischen Vorgaben der regierenden Partei darzustellen sei. Die Vorgabe gilt von der politischen Plattform bis in das Schulgeschichtsbuch hinein. Die Vorgaben gelten der Konformität. Die zeitgebundene Konstellation ist in hohem Maße vergänglich. Schon jetzt hört man Klagen, dass die nach der „Befreiergeneration“ nachrückende Generation sich mehr um die Geschichte des Unabhängigkeitskampfes bemühen sollte. Eine Umfrage von Nampa unter Hochschulstudenten hat ergeben, dass die drei zum Feiertag ausgerufenen Nationalhelden Mueshihange, Lubowski und Garoëb vielleicht gerade dem Namen nach, ansonsten aber kaum wegen ihres Profils bekannt seien. Diese Studenten werden sich lebhaft an ihre heutigen Höhepunkte und Niederlagen erinnern, derweil die Unabhängigkeitsgeschichte im Dunst der Vergangenheit verblasst oder Spezialisten vorbehalten bleibt. Eberhard Hofmann

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