18 April 2011 | Politik

Heimkehr der Schädel

Windhoek/Okahandja - Das Genozid-Dialogkomitee 1904, wie es auch bekannt ist, steht mit der namibischen und der deutschen Regierung in Verbindung, um mehrere Schädel von Namibiern heimzuholen, die während und nach dem Kolonialkrieg ab 1904 scheinbar zu wissenschaftlichen Zwecken vom kaiserlichen Gouvernement nach Deutschland geschickt wurden. Die Schädel, die von Herero- und Nama-Gefallenen, bzw. von Verstorbenen der Gefangenenlager stammen können, sind noch im Berliner Institut für Universitätsmedizin (Charité) sowie in einer ähnlichen Institution in Freiburg eingelagert.
Der Arbeitsausschuss des Dialogkomitees habe den größeren OCD-1904-Rat (OCD-1904: Ovaherero/Ovambanderu Council for the Dialogue on the 1904 Genocide) über den Stand der Vorbereitungen zur Rückführung der Schädel nach Namibia informiert, teilt der Sekretär des Ausschusses, Uerika Festus Tjikuua mit. Der OCD-Rat-1904 fungiert unter Vorsitz von Chef Alphons Maharero und besteht aus neun weiteren Ovaherero-Chefs bekannter Häuptlingshäuser sowie einer Reihe von Großleuten und Senior-Räten. Maharero und Vizeminister Kazenambo Kazenambo werden die Delegation nach Deutschland anführen. Inzwischen hat der Verband traditioneller Namaführer NTLA (Nama Traditional Leadership Association) den OCD-1904-Ausschuss nach Mariental eingeladen, bei der Aktion der Rückführung mitzuwirken. Es geht den Interessenträgern auch um eine rituelle Abwicklung des Transfers. Die Beteiligten erwägen, einen Teil der Schädel im neuen Unabhängigkeitsdenkmal unterzubringen, das sich neben der Alten Feste noch im Bau befindet. Der OCD-1904-Rat ermutigt den Namaverband, einen Ausschuss zu ernennen, der die Interessenträger "der Opfer des deutschen kolonialen Genozids" eventuell auf der Grundlage einer einvernehmlichen Erklärung verbindet. Der Rat ruft des Weiteren alle traditionellen Gemeinschaften Namibias auf, die Aktion zur Rückführung der Schädel sowie die Einheit und die Zusammenarbeit unter den Gemeinschaften zu unterstützen.
In der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte und der daraus hervorgehenden Reparationsforderung waren Ovaherero-Organisationen bisher federführend, während Nama-Führer dabei höchstens an der Peripherie erschienen sind.

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