28 Juli 2020 | Landwirtschaft

Heidelbeeranbau mit Zukunft

Vielversprechende erste Großernte jetzt im Supermarkt erhältlich

Nach Beginn der ersten Großernte ist sich Mashare Berries Farming des eigenen Erfolges sicher: Das Unternehmen will nicht nur den hiesigen Einzelhandel, sondern vor allem lukrative Absatzmärkte in beispielsweise Asien und Europa mit Heidelbeeren aus namibischem Anbau beliefern.

Von Clemens von Alten, Windhoek/Rundu

Willem Mostert ist ganz hin und weg. „Das beweist, was mit der richtigen Planung, Infrastruktur und Projektleitung alles möglich ist“, erklärte der namibische Geschäftsführer der Firma Cherry Irrigation, die das maßgefertigte Bewässerungssystem für den Anbau von Heidelbeeren im Norden Namibias entworfen und geliefert hat. Die monatelange Arbeit trägt jetzt wortwörtlich Früchte.

Im November vergangenen Jahres wurden 20 Hektar bepflanzt. Die Plantage liegt zwischen den Siedlungen Mashare und Mupapama am Kavango-Fluss rund 50 Kilometer östlich von Rundu. „Vor einigen Jahren hätte keiner gedacht, dass man in einem trockenen Land wie Namibia hochwertige Heidelbeeren im großen Stil anbauen kann“, sagte Mostert, der nun aber Zeuge werden konnte, wie vor einigen Tagen die erste Großernte begann. Bis spät in den Oktober sollen insgesamt 150 Tonnen eingefahren werden, der Export soll bereits im kommenden Monat anlaufen. Die Ziele sind – neben namibischen Läden – auch Märkte in Asien und Europa sowie Inseln im Indischen Ozean, darunter Mauritius, die Malediven und die Seychellen.

Derzeit importiere Mashare Berries Farming drei Sorten aus dem Hause der spezialisierten US-Gärtnerei Fall Creek mit Ursprung in der kleinen Stadt Lowell, Oregon: AtlasBlue, BiancaBlue und JupiterBlue. Das Projekt beschränke sich zurzeit auf 16 Hektar unter Schattennetzen, zwei Hektar in Tunneln und zwei weitere Hektar unter freiem Himmel, doch 2021 schon soll die gesamte Anbaufläche verdoppelt werden. „In den kommenden fünf Jahren wollen wir schließlich den Heidelbeeranbau auf 200 bis 300 Hektar ausbauen“, kündigte Mashare-Projektleiter Albert Basson an, der angesichts erfolgreicher Plantagen in Südafrika volles Vertrauen in Cherry Irrigation als Partner hat: „Wie wir erkennen sie das enorme Agrarpotenzial Namibias.“

Der Erfolg dieses Pilotprojektes stelle die Möglichkeiten in sogenannten Trocken- und Halbtrockengebieten unter Beweis, meint Charles Cherry, geschäftsführender Direktor und Sohn des Gründers von Cherry Irrigation in Südafrika, Peter Cherry. „In diesen Regionen kann mit einer sorgfältigen Wasser- und Ressourcenwirtschaft eine Vielzahl an Pflanzen angebaut werden.“ Ihm zufolge gewährleisten maßgefertigte Bewässerungsanlagen, die auf intelligente Technologien setzen, „ökologische Nachhaltigkeit und langfristige Erträge“. Die Investition sei zwar anfangs „kostspieliger“, lohne sich aber, vor allem für „klimaempfindliche“ Gewächse wie Heidelbeeren. „Mit den richten Partnern, Investoren und Unternehmen an Bord hat Namibia das Potenzial, ein Produktionszentrum für Frischprodukte zu werden“, glaubt Cherry.

Dieser Ansicht ist auch der namibische Pensionsfonds für Staatsangestellte (GIPF), der durch den Spitz Capital Fund an dem Mashare-Berries-Projekt beteiligt ist. „Uns ist wichtig, landwirtschaftliche Aktivitäten zu finanzieren, die zur Lebensmittelsicherheit beitragen, Importe subventionieren und Exporteinnahmen in Fremdwährung generieren“, fügte die GIPF-Abteilungsleiterin für alternative Investitionen, Sara Mezui-Engo, hinzu. „Gleichzeitig werden auch Arbeitsplätze geschaffen und die ländlichen Gemeinden gestärkt.“ Der Vermögensverwalter teilte vergangene Woche mit, dass die ersten blauen Beeren aus namibischem Anbau jetzt in Supermärkten der Checkers-Kette erhältlich sind.

Mashare Berries Farming ist ein Tochterbetrieb des Unternehmens Mashare Irrigation, das in der Kavango-Ost-Region eine Vielzahl von Gemüse und Getreide wie Weizen, Mais, Sorghum, Kartoffeln, Zwiebeln und Blumenkohl für den hiesigen Markt anbaut. GIPF zufolge sind aber nur fünf Prozent von den geernteten Heidelbeeren für namibische Verbraucher bestimmt – der Rest soll exportiert werden.

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