18 September 2019 | Natur & Umwelt

Hegegebiet neu überdacht

Eine einzelne Farm geplant anstelle von neun Parzellen

Immer wieder stieß das Konzept der Verteilung des Traditionsgebiets der San-Bevölkerung in der Gegend von Tsumkwe-West auf Widerstand. Es sollte ein Hegegebiet und gesonderte Farmparzellen entstehen, welches laut den N?aJaqna unweigerlich zu einer weiteren Invasion des Kommunallandes führen wird. Nun gibt es eine Alternative.

Von Catherine Sasman & Frank Steffen, Windhoek

Das Ministerium für Landreform (MLR) hat den Plan, neun Landwirtschaftseinheiten im Schutzgebiet der NǂaJaqna, in dem Bezirk Tsumkwe-West, zu errichten, neu überdacht. Jetzt wird doch nur eine einzelne große Versuchsfarm entstehen.

Ursprünglich hatte das MLR vor, im Rahmen seines Programmes für die kommerzielle Entwicklung des Kommunallandes (PCLD) neun Parzellen mit einer jeweiligen Größe von 2500 Hektar einzurichten. Dafür waren 20 Millionen N$ bereitgestellt worden - unter anderem mit Unterstützung seitens Deutschlands. Das Projekt stieß jedoch letztendlich auf heftigen Widerstand unter einem Teil der örtlichen San-Gemeinde, die von der Vorsitzenden des Hegegebietes, Sarah Zungu, angeführt wurde (AZ berichtete). Diese Gruppe vertrat den Standpunkt, dass durch eine solche Entwicklung letztendlich eine nur kleine Gruppe, auf Kosten der Mehrheit profitieren würde.

Das PCLD-Projekt sah vor, dass eine der Parzellen abgezäunt werden sollte und als Musterfarm geführt werden sollte. Die weiteren acht Farmen sollten für fünf Jahre an interessierte Farmer vermietet werden und somit der San-Gemeinde ein Einkommen bescheren. Nach diesen ersten fünf Jahren, sollten die Farmer dann die Einheiten aufkaufen können. Außerdem waren ein kommunales Tourismusprojekt und ein Gemeinschaftsgarten als Teil der ersten Phase geplant.

Zungu hatte die erfolgreiche Vermietung hinterfragt und obendrein die Errichtung illegaler Zäune befürchtet. Anstelle des obengenannten Investments, hatte sie vorgeschlagen, dass 10 Mio. N$ für zehn neue Bohrlöcher in ebenso vielen San-Niederlassungen ausgegeben werden sollten und 2,6 Mio. N$ für die Solarinfrastruktur in den besagten San-Dörfern. Ein weiterer Vorschlag des Kommunalunternehmens lautete dahingehend, 6,8 Mio. N$ in ein lebendes Museum und einen Campingplatz zu investieren. Zu jener Zeit waren allerdings die beiden ehemaligen lebenden Museen gescheitert und der Omatako-Campingplatz aufgegeben worden.

Neue Pläne

MLR-Pressesprecher Chrispin Matongela, sagte nun Anfang der Woche, dass die neun Farmen „nur ein Vorschlag“ während der partizipativen Planungsphase auf lokaler Ebene gewesen seien. Er räumte ein, dass sich das Ministerium nicht mit den Interessenträgern habe einigen können, weshalb die ansässige Gemeinschaft nicht Teil des Investitionsplans des MLR sei.

Allerdings soll die vereinbarte Modellfarm entwickelt und genutzt werden, um die San-Gemeinde in der Region Aasvoëlnes in die formelle Landwirtschaft einzuweisen. Ferner sollen ein Touristenzentrum, drei Bohrlöcher und ein Garten erschlossen werden, zu einem geschätzten Gesamtkostenpunkt in Höhe von 14 Mio. N$. Das MLR müsse erst Ingenieure mit den Entwurfsvorgaben beauftragen und die Ausschreibung vornehmen.

„Erst wenn die Ingenieure fertig sind, wird das Ministerium wissen, wie viel die Infrastruktur kosten wird, aber im Moment haben wir nur grobe Kostenschätzungen“, sagte Matongela.

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