18 Dezember 2018 | Gesundheit

Höchste Suizidrate im Dezember

Namibier nehmen sich am häufigsten zum Jahresende das Leben

473, 448 und 467 – das sind die jährlichen Zahlen an Suizidtoten in den Jahren 2013 bis 2015. Eine Studie zu Selbstmord in Namibia gibt nun Hintergrundinformationen zu diesen Ziffern und zeigt Alter, Geschlecht und Wohnort der Opfer auf. Dabei wird auch deutlich: Im Dezember gibt es die meisten Vorfälle.

Von Nina Cerezo, Windhoek

Deutlich mehr Männer als Frauen entscheiden sich für den Freitod, die am häufigsten gewählte Methode ist das Erhängen und der Monat Dezember hat die höchste Rate vorzuweisen. Dies sind einige der Ergebnisse der Ende Oktober vom Ministerium für Gesundheit und Soziale Dienste veröffentlichten Selbstmord-Studie (AZ berichtete). Auf 120 Seiten bietet der Bericht dabei umfassende Zahlen zum Freitod in Namibia in den Jahren 2011 bis 2015.

„In der genannten Zeitspanne haben sich insgesamt 2331 Menschen das Leben genommen“, lautet es in der Studie. Die jährlichen Zahlen variieren dabei nur leicht zwischen 448 (2014) und 488 (2011) und beziehen sich dem Schriftstück zufolge auf die Angaben der namibischen Polizei. Die Dunkelziffer könne also deutlich höher liegen, heißt es.

Bei der Aufteilung in Geschlechter sind es wesentlich mehr Männer (84,4%), die ihrem Leben durch Suizid ein Ende setzen. 85,5% aller Selbstmord-Opfer entscheiden sich dabei für das Erhängen, während 10,5% zur Schusswaffe greifen und 1,2% eine Überdosis an Medikamenten nehmen. Weitere 1,2% vergiften sich. Der Rest greife zu anderen Methoden, heißt es.

In Bezug auf den Wohnort sieht die Studie kaum einen Unterschied zwischen Stadt- und Landbewohnern. So hätten 48,9% aller Opfer in Städten gewohnt, währen 50,2% in ländlichen Gebieten zu Hause gewesen seien. Hinsichtlich der Jahreszeit gibt es gemäß dem Bericht einen Spitzenwert im Dezember: in diesem Monat hätten sich 11,5% aller Verstorbenen das Leben genommen. An Platz zwei und drei liegen Oktober (10,9%) und August (10,4%). Am wenigsten Vorfälle habe es im Februar (6,2%) und September (6,4%) gegeben.

Die Gründe für den Freitod können laut dem Schriftstück nur anhand der Angaben von Personen, die einen Suizidversuch gemacht haben, vermutet werden. „Denn nur etwa 5% aller Todesopfer hinterlassen einen Abschiedsbrief“, heißt es. Von denjenigen, die einen Selbstmordversuch überlebt haben, haben bei der Umfrage die meisten eine Scheidung oder Trennung als Grund für ihre Entscheidung angegeben (30,6%). An zweiter Stelle folgen Familienprobleme (23,5%) und eine finanzielle Krise (8,2%). Auch der Verlust eines geliebten Menschen wurde genannt sowie Missbrauch, eine ungewollte Schwangerschaft oder schlechte Prüfungsergebnisse.

Hinsichtlich der Altersgruppen zeigen sich erschreckende Ergebnisse auch unter den Minderjährigen. So seien 2% aller Opfer zwischen zehn und 14 Jahren alt gewesen und 4,2% zwischen 15 und 19 Jahren. Am stärksten vertreten sie die Gruppe der 30 bis 34-Jährigen (16,6%) sowie der 25 bis 29-Jährigen (14,9%).

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