02 Dezember 2019 | Lokales

Hauptstadt ringt mit Elendsvierteln

Humanitäre Krise: Zuzug und Finanzengpass beuteln Windhoek – Ausweg teuer

Windhoek steckt in einer humanitären Krise. Zehntausende Städter sind wenn überhaupt auf notdürftige Einrichtungen für Trinkwasser und sanitäre Anlagen angewiesen. Der dafür konzipierte Ausweg ist äußerst kostspielig. Doch angesichts des Bevölkerungswachstums drängt die Zeit.

Von Jana-Mari Smith, Windhoek

Eigenen Angaben zufolge leben 140000 Menschen in den insgesamt 87 informellen Siedlungen der Stadt Windhoek, wovon circa 56000 Einwohnern – rund 40 Prozent – nur öffentliche Wasserhähne und Gemeinschaftstoiletten zur Verfügung stehen. „Die größte Herausforderung ist, wie schnell diese Stadtgebiete wachsen“, erklärte die Windhoeker Pressesprecherin Lydia Amutenya kürzlich. „Es fällt uns schwer, bei der Bereitstellung dringend benötigter Dienstleistungen mitzuhalten.“

Offiziell wird in den informellen Siedlungen Windhoeks von einer jährlichen Wachstumsrate von 7,3 Prozent ausgegangen im Vergleich zu 3,9 Prozent in der gesamten zentralen Khomas-Region und einem landesweiten Bevölkerungswachstum von 1,9 Prozent. Im Januar hatte die Stadtverwaltung davor gewarnt, dass sich die Einwohnerzahl der Elendsviertel in der namibischen Hauptstadt alle neun Jahre verdoppeln könnte. „Es sollte jedem vernünftigen Menschen klar sein, dass es sich um eine Mammutaufgabe handelt“, betonte Amutenya.

Somit lastet auf der Windhoeker Stadtverwaltung ein enormer Druck, zumal Präsident Hage Geingob zu Beginn des Jahres die Situation in Anbetracht des Hepatitis-E-Ausbruchs zu einer humanitären Notlage erklärt hatte (AZ berichtete). „Diese Krise in den informellen Siedlungen der Hauptstadt benötigt unsere volle Aufmerksamkeit, und zwar dringend“, sagte das Staatsoberhaupt. Geingob sprach von einer Strategie, die alle bisherigen Maßnahmen „bei weitem“ übertreffe. Die Regierung hat der Hauptstad zu diesem Zweck im laufenden Jahr 68,6 Millionen Namibia-Dollar zur Verfügung gestellt.

Die Stadt Windhoek hat einen Entwicklungsplan zum Neu- sowie Ausbau (Development and Upgrade Policy, DUP) informeller Siedlungen erstellt, der grundlegende Dienstleistungen und angemessene Gesundheitsnormen zur Priorität erklärt. Dieser Strategie zufolge würde eine sogenannte Formalisierung informeller Stadtteile geschätzte vier Milliarden Namibia-Dollar kosten. Doch aufgrund möglicher Finanzierungsschwierigkeiten wird vorgeschlagen, zunächst „Kapital in Höhe von 400 Millionen N$ über einen Zeitraum von fünf Jahren zu beschaffen“ und sich dabei auf „entweder mehrere Entwicklungsfinanziers oder einen großen Geldgeber zu verlassen“.

Der Pressesprecherin zufolge haben bereits „mehr als eintausend Familien“ von den bereits ergriffenen Maßnahmen der Stadtverwaltung profitiert. Vor kurzem hatte das Büro des Präsidenten mitgeteilt, dass in sechs Windhoeker Wahlkreisen mit der Arbeit begonnen wurde, um beispielsweise Straßen, Sanitäranlagen und eine Wasserversorgung zu ermöglichen. Im Januar hatten Vertreter der Stadt angekündigt, dass jedes Jahr 3000 bis 4000 Familien in Windhoek erschlossenes Bauland bereitgestellt werden soll, wovon circa 2000 in informellen Gebieten leben sollen. Unlängst hätten 1200 Wohnungen in den Vierteln Okahandja Park und Havana einen Stromanschluss erhalten, was das Fünfjahresziel zu 47 Prozent erfülle.

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