31 Januar 2020 | Gesundheit

Haufiku warnt vor endemischen Krankheitsbild

Hepatitis E soll mit Impfstoff aus China bekämpft werden

Im Kampf gegen die Hepatitis-E-Erkrankungen erwägen die namibischen Gesundheitsbehörden die Nutzung eines chinesischen Impfstoffs. Ziel ist es, die anhaltende Zunahme neuer Infektionen in Namibia, vor allem den Herden in und um Windhoek, einzudämmen. Momentan wird der Impfstoff erst geprüft.

Von Jana-Mari Smith & Frank Steffen

Windhoek

Im vergangenen Monat – in dem Zeitraum zwischen Mitte Dezember und dem 12. Januar – stiegen die Neuinfektionen der Hepatitis-E-Erkrankungen in Namibia von 6974 vermuteten sowie im Labor bestätigten Fällen auf 7142. Die Zahl der Todesfälle lag Mitte Dezember bei 59 –darunter zählten 24 Mütter. Seit dem Ausbruch vor mehr als zwei Jahren, hat sich Hepatitis E in Namibia zur häufigsten Todesursache von Müttern entwickelt.

Diese Woche bestätigte Dr. Bernard Haufiku, der nationale Koordinator der Kampagne zur Bekämpfung der Hepatitis E, dass sein Team im Dezember dem Gesundheitsministerium ein Protokoll für eine Hepatitis-E-Impfkampagne vorgelegt hat. Der Impfstoff, der eingesetzt werden soll, stammt aus China, wo er getestet wurde und nun serienmäßig hergestellt und derzeit verwendet wird.

Eine hiesige Ethikkommission überlegt nun, ob der Impfstoff in Namibia eingesetzt werden darf oder nicht. Seines Wissens nach, wird der Impfstoff in China hauptsächlich zur Impfung von Reisenden verwendet, die in Provinzen reisen, in denen der Virus vorkommt, so Haufiku. Der Arzt betonte, dass die lokale Anwendung – sofern sie genehmigt wird – unter strenger Aufsicht durchgeführt werden soll. Zunächst ziele man auf eine Intervention in den am stärksten betroffenen, informellen Siedlungen von Windhoek ab, dem Epizentrum des Ausbruchs.

Die Direktorin für Gesundheitsinformation und -Forschung des Ministeriums für Gesundheit und Sozialdienste (MHSS), Philomena Ochurus, bestätigte gestern, dass das Programm, beziehungsweise der Impfstoff, momentan sowohl vor Ort als auch von externen Interessenträgern und Fachkräften überprüft wird. Sie hofft auf einen Abschluss der Untersuchungen binnen der kommenden Woche, wonach sie dem Minister zurückberichten wolle.

Haufiku betonte gestern, dass ein genehmigter Impfstoff als zusätzliche Strategie angesehen werden müsse, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen. Die der Krankheit zugrundeliegenden Probleme, die den Ausbruch bis heute angeheizt haben, einschließlich mangelnder sanitärer Einrichtungen, sauberem Wasser und persönlicher Hygiene, seien weiterhin wichtige Aspekte, die angegangen werden müssten. „Wir werden den Hepatitis-E-Ausbruch in Namibia weiter bekämpfen müssen, solange wir uns nicht mit den Fragen der Hygiene sowie der Versorgung von sauberem Wasser in den informellen Siedlungen und der richtigen persönlichen Hygiene befassen. Ich habe weiterhin Angst davor, dass Hepatitis E endemisch wird“, erklärte Haufiku. Darum müsse der Impfstoff dringend geprüft werden.

Er erklärte, dass das Protokoll unter anderem mit der Unterstützung von Médecins Sans Frontières (MSF) erstellt worden war: „Die Ärzte ohne Grenzen werden wohl die besten Erfahrung im Umgang mit Hepatitis-E-Erkrankungen in Afrika und dem Einsatz von Impfstoffen gemacht haben“, ist Haufiku überzeugt.

Er will den Impfstoff sobald wie möglich gutgeheißen haben, damit dieser in den Wilden Siedlungen Windhoeks eigesetzt werden kann. Er fügte hinzu, dass der neue Impfstoff mit Umsicht eingeführt werden würde, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.

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