01 November 2019 | Sport

Hamilton fährt auch in neuer Formel-1-Ära: „Will Pionier sein“

Austin (dpa) - Für Lewis Hamilton kommt diese neue Herausforderung genau richtig. Das revolutionäre Formel-1-Regelwerk ab 2021 spornt den bald sechsmaligen Weltmeister dazu an, seine Rekordjagd auch in Zukunft ungebremst fortzusetzen. „Ich will ein Pionier in dieser neuen Ära sein“, sagte der 34 Jahre alte Brite. Schon ein achter Platz am Sonntag reicht dem Dauersieger beim Großen Preis der USA im texanischen Austin zum nächsten Titel - der letzte soll das für den Mercedes-Piloten keineswegs werden: «Ich genieße, was ich mache. Ich habe den Gipfel noch nicht erreicht.»
Hamiltons Vertrag bei den Silberpfeilen läuft Ende 2020 aus, eine Verlängerung stellte der 83-malige Grand-Prix-Sieger nun schon lange vorher in Aussicht. „Ich sehe mich gerade nirgendwo anders, denn ich bin sehr gerne ein Teil dieser Marke“, sagte Hamilton. Verhandlungen werden zwar erst im Laufe des nächsten Jahres konkret ein Thema; dass beide Seiten weitermachen wollen, gilt spätestens jetzt als sicher.
Futuristische neue Autos, mehr Rennen, weniger Budget. Ab 2021 wird in der Königsklasse des Motorsports alles anders. Die Bosse wünschen sich mehr Action, spannendere und unvorhersehbarere Rennen. Dafür wird die Formel 1 quasi auf den Kopf gestellt, erstmals eine Kostengrenze von rund 157 Millionen Euro pro Rennstall und Jahr eingeführt. Die Boliden sollen wieder leichter überholen können und bekommen dafür auch Einheitsteile verpasst. Mehr Spektakel, mehr Drama - und das bei bis zu 25 statt wie bisher maximal 22 Veranstaltungen jährlich. Fast alles nach dem Geschmack des einzigen echten Weltstars der Szene.
„Das wird sicher eine sehr interessante Zeit“, sagte Hamilton. Vielleicht hat er dann schon seinen siebten Titel geholt und ist mit Rekordchampion Michael Schumacher gleichgezogen. Mit Fragen zu diesem Thema und den Vergleichen mit den Heroen der Vergangenheit wird Hamilton gerade fast täglich konfrontiert. „Ich vergleiche mich mit niemandem“, sagte der zehnmalige Saisonsieger. Und was würde der sechste Titel bedeuten? „Das kann ich erst sagen, wenn ich ihn habe.“
Ferrari-Star Sebastian Vettel würde gerne verhindern, dass sein ewiger Gegner auch künftig weiter alles abräumt. Ein klares Bekenntnis zur Formel 1 der Zukunft gab es vom Heppenheimer in den USA aber noch nicht. „Wir fokussieren uns auf den Job dieses Jahr, nächstes Jahr haben wir sehr hohe Ambitionen, um Siege und im besten Fall die WM mitzufahren“, sagte Vettel: „Danach sehen wir weiter.“
Auch der Vertrag des 32-Jährigen läuft nach einer weiteren Saison aus. Nach fünf vergeblichen Anläufen mit Ferrari will Vettel alles für seine fünfte Weltmeisterschaft tun. Die Aussicht auf etwas ganz Neues lässt ihn deswegen ziemlich kalt. „Man kann jetzt nicht sagen, ob das gut oder schlecht ist.“ Eine Bewertung verkniff er sich also: „Wir werden nächstes Jahr sicher ein viel besseres Bild von 2021 haben als nur ein paar schöne Fotos irgendwo im Internet.“ Damit spielte der Hesse auf Entwürfe der Autos an, die am Donnerstag veröffentlicht wurden.
Im Gegensatz zu Hamilton ist Vettel mit seinem Jahr nicht zufrieden. Mal wieder. Nur einen Saisonsieg gab es, dazu zeigte sich Teamkollege Charles Leclerc vor allem im Qualifying mehrfach deutlich besser und sorgte für Aufsehen. „Das Ziel ist noch Dritter zu werden“, sagte Vettel. Dazu muss er Leclerc überholen, aktuell trennen beide nur sechs Punkte. „Wir wollen als Team das bestmögliche Ende der Saison schaffen und idealerweise alle drei Rennen gewinnen“, sagte Vettel.
Einen klaren Favoriten gibt es in Texas nicht. Während Ferrari sich zuletzt sechsmal in Folge die Pole Position sicherte, ist Mercedes um Austin-Rekordsieger Hamilton (5) in den Rennen meistens da, wenn es darauf ankommt. So wie eigentlich immer in der jüngsten Vergangenheit. Alle sechs Konstrukteurs- und Fahrertitel haben die Silberpfeile seit dem Beginn der Hybrid-Ära 2014 gewonnen und die Konkurrenz zermürbt. Geht es nach Hamilton, setzt sich das fort. Auch mit ganz neuen Regeln. „Wir haben gezeigt, dass Mercedes am besten auf Veränderungen reagieren kann“, sagte er. Foto: dpa

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