21 Oktober 2015 | Polizei & Gericht

Hai//om verklagen Regierung

Von Marc Springer, Windhoek Das von den Klägern engagierte Zentrum für Rechtsbeistand (LAC) wird das Gericht dabei zunächst überzeugen müssen, die Gemeinschaftsklage zuzulassen, die sich unter anderem gegen die Regierung und Namibia Wildlife Resorts (NWR) richtet. Die von sechs individuellen Klägern repräsentierten Hai//om wollen erreichen, dass ihr Eigentumsrecht über das Territorium des derzeitigen Etoscha-Parks inklusive Mangetti-West anerkannt bzw. ihnen dort ein Nutzungs- und Bleiberecht gewährt wird. Alternativ verlangen sie eine Entschädigung für den Verlust dieser historisch von ihnen bewohnten Landstriche oder die Zuerkennung gleichwertiger Ländereien in einem anderen Teil Namibias. Des Weiteren wollen sie erwirken, dass sie von der Regierung an Entscheidungen über die weitere Nutzung von Etoscha ebenso beteiligt werden, wie an Einkünften, die dort durch den Tourismus erzielt werden. Ferner verlangen sie eine Vorzugsbehandlung bei der Vergabe von Arbeitsplätzen im Etoscha-Park und ungehinderten Zugang zu dem jetzigen Naturschutzgebiet, aus dem sie im Jahre 1954 vertrieben worden seien. In einer eidesstattlichen Erklärung hebt der Haupt-Antragsteller Jan Tsumib hervor, die Hai//om würden nicht beabsichtigen, „Tourismus-Aktivitäten“ in Etoscha zu beenden oder zu stören. Vielmehr wollten sie an der Verwaltung des Parks und den dort erwirtschafteten Profiten beteiligt werden und ein eigenes Gebiet inner- oder außerhalb des Parks erhalten, in dem sie ihrer traditionellen Lebensweise nachgehen könnten. Tsumib zufolge hätten die Hai//om „seit Menschengedenken“ das Gebiet des jetzigen Etoscha-Parks und weite Teile um Mangetti-West bewohnt und nachhaltig genutzt. Nach der Kolonialisierung Namibias hätten zunächst deutsche und dann südafrikanische Siedler große Teile dieses angestammten Gebiets privatisiert und eingezäunt. Nach dieser Teilenteignung seien die in Etoscha verbleibenden Hai//om zur Räumung des Gebiets gezwungen worden und hätten damit ihre Lebensgrundlage verloren. Anschließend seien viele von ihnen zur Arbeit auf Farmen gezwungen worden, wo ein Großteil der Betroffenen noch heute ausgebeutet werde. Der Verlust des Grund und Bodens mit sämtlichen darauf enthaltenen Ressourcen habe eine verheerende Auswirkung auf die Kultur und Identität der Hai//om gehabt, die auf ein weites Gebiet verstreut worden seien. Während die Betroffenen unter widrigsten Umständen gelebt hätten, sei der Etoscha-Park zu einer „weltberühmten Touristenattraktion“ ausgebaut worden von deren wirtschaftlichen Vorteilen die Hai//om ausgeschlossen worden seien. Deshalb sei es angemessen, dass die Hai//om von den finanziellen Vorteilen des Parks profitieren würden und ihnen ein Mitspracherecht in dessen Management eingeräumt werde. „Die Hai//om wollen wie alle anderen Namibier behandelt werden und die Gelegenheit erhalten, als Gemeinschaft zu gedeihen“, heißt es in der eidesstattlichen Erklärung. Die Regierung habe den Hai//om zwar Land auf Umsiedlungsfarmen zur Verfügung gestellt, die jedoch derart überfüllt seien, dass sie dort nicht ihren traditionellen Lebensstil fortsetzen könnten.

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