27 Februar 2008 | Polizei & Gericht

"Habe sie erdrosselt"

Windhoek - Ursprünglich hätte sich nach Hendrik Swarts (35) auch Adam Khuxab (30) in den drei gleichen Anklagepunkten Mord, schwerer Raub sowie Justizbehinderung verantworten müssen. Gestern jedoch zog die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen Khuxab aus Mangel an Beweisen zurück.

In einer von seinem Verteidiger Boris Isaacks vorgelesenen Erklärung gibt der 35-jährige Swarts die Tat zu. Er begründete sogar, warum er die 65 Jahre alte Dame brutal zu Tode würgte.

Swarts zufolge sei er am Abend des 21. September 2006 zur Farm Arib, ca. 60 Kilometer südlich von Gobabis, gereist und habe Arbeit gesucht. "Als ich beim Farmhaus ankam, habe ich aber meine Meinung geändert und wollte in das Haus einbrechen, um Lebensmittel zu stehlen", steht in der Erklärung geschrieben. Swarts habe gewusst, dass Reed einen Cuca-Shop (kleineren Laden) auf ihrer Farm geleitet habe, in dem auch Nahrungsmittel aufbewahrt würden. Der Mörder habe gesehen, dass das Haus "innen dunkel" gewesen sei und habe sich daraufhin Zutritt durch ein offenes Fenster verschafft. "Ich habe aber versehentlich einen Mülleimer in der Küche umgestoßen", so Swarts. Ihm zufolge sei Reed "sicherlich wegen des Radaus" geweckt worden und habe die Ursache mit einer Taschenlampe untersuchen wollen. "Als sie mich sah, hat sie die Flucht ergriffen, ist dabei aber mit einem Möbelstück zusammengestoßen", erklärte er weiter. Er sei "in Panik geraten" und ihr gefolgt. In diesem "Zustand" habe er "angefangen, sie mit seinem Schal zu erwürgen". "Ich wollte sie unfähig machen, so dass ich das Essen stehlen konnte. Ich wollte sie nicht töten, habe aber vorhergesehen, dass mein Handeln zu ihrem Tod führen könnte. Trotzdem habe ich sie weiter gewürgt", sagte Swarts und führte weiter aus: "Reed ist wegen meines Tuns verstorben."

Danach habe er eine Geldschatulle inklusive 300 Namibia-Dollar Bargeld sowie weitere Gegenstände und Nahrungsmittel entwendet. Er sei daraufhin zu Verwandten auf die Farm Christiana gereist, wo er Khuxab traf. Er habe ihm vom Mord erzählt, da es ihn "belastet" habe. Khuxab habe die Schatulle vergraben und 100 Namibia-Dollar "genommen", da Swarts vor einer Festnahme Angst gehabt habe. Er wurde aber kurz darauf verhaftet.

Richter Christie Liebenberg sprach den Angeklagten gestern nach seinem Plädoyer gemäß der Anklage schuldig. Rechtsanwalt Isaacks forderte für seinen Mandanten eine milde Haftstraße. Die Tat sei nicht "brutal oder ungeheuerlich" gewesen, da beim Mord keine Messer oder Schusswaffen benutzt worden seien, erklärte Isaacks. Er sagte anschließend, dass Strafen für alle drei Anklagepunkte parallel abgesessen werden sollten. Staatsanwalt Ruben Shileka forderte hingegen eine hohe Strafe. "Swarts muss zur Sicherheit der Öffentlichkeit eine lange Zeit hinter Gitter", so Shileka. Er zog daraufhin die Klage gegen Khuxab provisorisch zurück. Khuxab sei nicht am Mord beteiligt gewesen. Er werde jetzt dem Magistratsgericht Gobabis wegen Justizbehinderung vorgeführt.

Richter Liebenberg wird am Freitag sein Strafmaß verkünden.

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