13 Juni 2018 | Wirtschaft

Großsteuerzahler im Visier des Fiskus

Namibisches Steueramt will „Transfer Pricing“ besser regulieren und kontrollieren

Windhoek (ste) - Der Finanzminister hatte in seiner Haushaltsrede für das Finanzjahr 2018/19 betont, dass die Transferpreis-Verordnung in Namibia verbessert und die Kontrolle intensiviert werden soll. Gestern bot die Wirtschaftshochschule des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PwC ein Seminar an, bei welchem die Problematik des sogenannten Transfer-Pricings besprochen wurde.

Als Gastsprecher waren der Kommissar des namibischen Steueramts, Justus Mwafongwe, und seine Kollegin Nadine du Preez, Direktorin des Büros für Großsteuerzahler, sowie Jan-Paul Borman, PwC-Direktor aus Südafrika und Thulani Shongwe, Leiter der Inlandssteuerabteilung des Afrikanischen Steuerverwaltungsforums (ATAF), geladen. „In einer Welt, in der größere Firmen zunehmend ihren Handel über die Grenzen hinaus betreiben und dabei ihre Güter, Dienstleistungen und immateriellen Vermögenswerte oftmals an Firmen weiterverkaufen, die direkt oder über Mutterkonzerne mit ihnen verbunden sind, ist es die Pflicht einer jeden Regierung ihre Steuerbasis zu schützen“, erklärte Mwafongwe in seiner Begrüßungsrede.

Die meisten Länder in Afrika hätten sich indessen laut Borman langsam an die Materie getastet. Steuerzahler, bzw. Import- und Exportunternehmen oder Personen, sowie das Steueramt hätten in Südafrika teilweise teures Lehrgeld zahlen müssen. „Dies ist kein einfach-definiertes Thema, denn die Handelsbedingungen unterscheiden sich von einem Industriezweig zum nächsten, schon allein weil nicht alle Güter gleich behandelt werden können. Gewisse Herstellungsfaktoren können daher nicht als unveränderter Maßstab für alle Handelsrechnungen angelegt werden“, verdeutlichte Borman.

Mwafongwe ging auf die Definition des Verrechnungspreises (oder auch Konzernverrechnungspreis) ein: „Diese Kosten- und Leistungsrechnungen sind einzigartig, weil diese Preise nicht auf einer normalen wirtschaftlichen Berechnung beruhen und darum nicht zwischen verschiedenen Gesellschaften ausgehandelt werden. Dies sind innerbetrieblich ausgehandelte Tarife für Güter und Dienstleistungen (z.B. Wareneinkauf und -Verkauf, Förderabgaben oder Tantieme, sowie alle erdenklichen Managementgelder und Abgaben), die auf einer betriebsökonomischen Betrachtung und den zutreffenden steuerlichen Auswirkungen beruhen.“

Laut Mwafongwe müsse ein Land rechtzeitig eingreifen und unter Umständen sogar einen Steuerausgleich fordern, wolle es einer Manipulation oder „Aushöhlung der Besteuerungsgrundlage / Verschiebung des Einkommens“ vorbeugen. Namibia richte sich dabei nach den Vorgaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und sei momentan auf den Bergbau und die Fischerei fokussiert.

Aus weiteren Beiträgen ließ sich ableiten, dass der Staat ein Auditprogramm einführen wird, laut dem künftig zumindest die internen Handelstarife von Firmen mit Auslandsverbindungen untersucht werden sollen. Wenngleich unausgesprochen, wurde klar, dass bspw. Minen, die bisher in Zeiten der Wirtschaftsflaute (und entsprechenden niedrigen Rohstoffpreisen) oft ihre Produkte als sogenannte Wirtschaftshilfe an ihre Mutterkonzerne im Ausland verkauften (um diesen Handel dann einzustellen, sobald sich die Preise erholten), solche Hilfe künftig steuertechnisch zum Verhängnis werden kann.

Gleiche Nachricht

 

Debmarine stockt Flotte mit milliardenteurem Schiff auf

vor 1 tag - 17 Mai 2019 | Wirtschaft

Windhoek (nic) • Insgesamt 177 Meter lang soll sie werden und die Offshore-Plattform für die Gewinnung von rund 500000 Karat Diamanten im Jahr werden: Die...

Dürrehilfefonds erhält weitere Spende

vor 2 tagen - 16 Mai 2019 | Landwirtschaft

Windhoek (Nampa/nic) – Die Sozial-Versicherungskommission (SSC) hat 400000 Namibia-Dollar an den Dürrehilfefonds Dare to Care gespendet, um damit die Farmer und Farmarbeiter des Landes zu...

Erste solarangetriebene Entsalzungsanlage

vor 5 tagen - 13 Mai 2019 | Landwirtschaft

Von Adolf Kaure & Frank Steffen, Henties Bay/Windhoek In einem Gemeinschaftsprojekt zwischen der Universität Turku in Finnland und der hiesigen Universität von Namibia (UNAM) entstand...

Namibischer Uransektor auf dem Vormarsch

vor 5 tagen - 13 Mai 2019 | Wirtschaft

Windhoek (nic) – Namibia verfügt über einen „pulsierenden“ Uransektor, dessen Erträge in den kommenden Jahren steigen werden. Davon geht die Standard Bank nach eigenen Angaben...

Neckartal-Irrigationsprojekt soll nur an einen Betreiber gehen

1 woche her - 09 Mai 2019 | Landwirtschaft

Windhoek/Keetmanshoop (ste) - Laut einem Nampa-Bericht will der Staatssekretär des Ministeriums für Landwirtschaft, Wasserbau und Forstwirtschaft, Percy Misika, sich auf keine Daten festlegen, doch...

Windhoeker Bergbaumesse in vollem Gange

1 woche her - 09 Mai 2019 | Wirtschaft

Windhoek (nic) – Der Bergbau- und Energieminister Tom Alweendo eröffnete gestern die diesjährige Bergbaumesse und -konferenz in Windhoek. Über 100 Aussteller stellen hier heute noch...

Premierministerin präzisiert Dürrehilfe – Notstand verlängert

1 woche her - 08 Mai 2019 | Landwirtschaft

Windhoek (ms) – Die Regierung hat einen Betrag von 572,2 Millionen N$ für Dürrehilfe bereitgestellt. Das hat Premierministerin Saara Kuugongelwa Amadhila gestern in der Nationalversammlung...

Premierministerin eröffnet Ondangwa-Handelsmesse

1 woche her - 06 Mai 2019 | Wirtschaft

Handelsmessen stellen eine wichtige Plattform für den Ausbau von Netzwerken und folglich zur Förderung des Wirtschaftswachstums dar. Dies sagte Premierministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila (links) am Donnerstag...

Dürre: Regierung ist im Begriff den Notzustand auszurufen

vor 2 wochen - 03 Mai 2019 | Landwirtschaft

Windhoek (ste/NMH) • Laut dem namibischen Informationsminister, Dr. Stanley Simataa, handelt es sich nur noch um eine Frage der Zeit, bevor der Notzustand aufgrund der...

Ölfund wichtig für Namibia

vor 2 wochen - 30 April 2019 | Wirtschaft

Swakopmund (er) – Ein bedeutender Fund von Rohöl abseits der namibischen Küste wäre für das Land „sehr wichtig“ – besonders in dieser wirtschaftlich herausfordernden Zeit....