17 Juni 2020 | Ministerium

Große Pläne mit wenig Geldmitteln

Umweltministerium setzt auf Nachhaltigkeit und bekämpft erfolgreich die Wilderei

Obwohl der Sektor als maßgebliches Wirtschaftsstandbein gehandelt wird, steht das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus mit seinem Ausgabenplan im namibischen Haushalt für 2020-21 gerade Mal an 16. Stelle von insgesamt 33 Ausgabenposten. Der Minister verlässt sich indessen auf viel Hilfe aus Deutschland und von weiteren Entwicklungspartnern.

Von Frank Steffen

Windhoek

In seinem Haushaltsantrag im Parlament betonte der Minister für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT), Pohamba Shifeta: „Mein Ministerium leistet einen wichtigen Beitrag zum Wirtschaftswachstum, zur Armutsbekämpfung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen.“ Der Minister beantragte für das Haushaltsjahr 2020-21 Zuwendungen in Höhe von 584,5 Millionen Namibia-Dollar. Der Betrag von 479,5 Mio. N$ sei für Betriebsausgaben vorgesehen und weitere 105 Mio. N$ für Entwicklungsprojekte.

Ein Betrag in Höhe von 208,5 Mio. N$ sei für den Wildschutz sowie die Verwaltung von Hege- und Schutzgebieten vorgesehen – Wilderei müsse bekämpft werden. 1790 Verdächtigte seien in dem Zeitraum 2018 bis Mai 2020 wegen des Wilderns hochwertiger und geschützter Tierarten verhaftet worden.

„Unser Wild und die Nationalparks sind wichtig für die sozioökonomische Entwicklung des Landes“, so Shifeta. Darum sei es wichtig Straßen, Zäune, Wasserinfrastruktur sowie Behausung und Parkbüros kontinuierlich zu unterhalten und neu dazu zu bauen. So seien bereits 20 Kilometer elektrischen Zauns am Waterberg neuverlegt worden. Als Teil eines Dreijahresplans sollen 712 km des insgesamt 824 Kilometer langen Zauns um den Etoscha-Nationalpark herum erneuert werden (allerdings sind nur 26 Mio. N$ in diesem Jahr vorgesehen). Sein Personal habe bereits im Februar 2020 damit begonnen, freiwillig die ersten 10 km zu reparieren (AZ berichtete), doch habe COVID-19 diese Arbeiten unterbrochen.

Weitere Parkinfrastruktur soll im Bwabwata-Nationalpark sowie dem Tsau //Khaeb-Nationalpark (ehemaliges Sperrgebiet) errichtet werden. Die deutsche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) werde dem Staat dabei helfen. Indessen wird der Entwicklungsetat von 105 Mio. N$ auf 159 Mio. N$ aufgestockt, indem die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) laut der Budgetvorlage des Finanzministers Iipumbu Shiimi tatsächlich 17 Mio. N$ für das Entbuschungs-Projekt und weitere 37 Mio. für die Entwicklung eines nachhaltigen Umweltverwaltungsplanes im Norden zugesagt hat.

Laut Shifeta gibt es in Namibia 86 Kommunal-Hegegebiete (Stand 2019), die 5350 Einwohner beschäftigen und den Lokaleinwohnern ein Einkommen in Höhe von 145 Mio. N$ bescheren. Darum gelte es den Mensch-Tier-Konflikt unter Kontrolle zu behalten. Ferner verfolge das MEFT eine Strategie, die das Überleben der Namib-Wüstenpferde sicherstellen soll. Zuletzt seien 75 Pferde, davon 11 Fohlen, gezählt worden.

25,6 Mio. N$ sollen für den Schutz von gefährdeten Arten ausgegeben werden, während 18,2 Mio. N$ für die Entwicklung des Tourismussektors und die Glücksspielregulierung gebraucht werden sollen, sowie weitere 150,8 Mio. N$ für den Schutz der Umwelt und natürlicher Ressourcen. Das Umweltgesetz solle demnächst fertiggestellt und somit die nachhaltige Forstwirtschaft betrieben werden.

Klimawandel, Biodiversität und Landverödung seien wichtige Themen, die indessen mithilfe des Globalen-Umweltfonds sowie dem Grünen-Klimafonds und der KfW angegangen würden – insgesamt 775 Mio. N$ an Hilfe seien bereits zugesagt worden.

Zuletzt seien 93,5 Mio. N$ für die Schaffung von Infrastruktur und die Beobachtung geschützter Gebiete vorgesehen, während das Ministerium selbst knapp 88 Mio. N$ für Verwaltungsausgaben benötigt. Gemäß des Hauptetats erwartet Namibia im aktuellen Haushaltsjahr ein Einkommen in Höhe von 333 Mio. N$ aus Umweltgebühren.

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