05 März 2019 | Lokales

Grünes Licht für Pilotprojekt

Bald im Versuch: Sanitäre Grundversorgung dezentralisieren

Im Rahmen der Städtepartnerschaft hilft die Freie Hansestadt Bremen der namibischen Hauptstadt ein Pilotprojekt zu starten, das wenigstens einfache sanitäre Dienste in informellen Wohngebieten ermöglichen soll. Schließlich ist auch der Hepatitis-E-Ausbruch mit mangelnder Hygiene verbunden.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Bei der jüngsten Stadtratssitzung Windhoeks am vergangenen Donnerstagabend wurde beschlossen, in den kommenden drei Jahren Entwicklungsgelder in Höhe von 128600 Euro (umgerechnet circa zwei Millionen Namibia-Dollar) für die Umsetzung des Pilotprojekts anzunehmen. Dabei handelt es sich um ein dezentralisiertes System zur Abwasserbehandlung (Decentralised Wastewater Treatment System, DEWATS), das in der Lage ist, einer 200-Personen-Gemeinde zu dienen. Denn das „unkontrollierte“ Wachstum informeller Wohngebiete und der jüngste Hepatitis-E-Ausbruch setzen die Hauptstadt enorm unter Druck.

Wie aus den Unterlagen der Stadtratssitzung hervorgeht, sind Windhoek und Bremen seit der Jahrtausendwende Partnerstädte. Vor rund zwei Jahren folgte dann im Rahmen der sogenannten Municipal Climate Partnership eine Zusammenarbeit, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, was die Entwicklung sanitärer Anlagen und den Umgang mit Abwasser beinhaltete. Im Oktober 2017 sei der Schwerpunkt auf eine sanitäre Grundversorgung in informellen Stadtgebieten gesetzt worden. Anschließend habe ein Team beider Städte einen Vorschlag zur Finanzierung bei der Service Agency Communities in One World (SKEW) eingereicht, die zu Engagement Global gehört - ein deutsches gemeinnütziges und öffentliches Unternehmen, das in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv ist.

Im Anschluss eines Besuches einer 60-köpfigen Bremer Delegation im Juni 2018 hatten weitere Gespräche stattgefunden und wurde der Antrag am 20. Dezember vergangenen Jahres bewilligt.

Laut Angaben der Windhoeker Stadtverwaltung hat sich Engagement Global bereit erklärt, eine nicht rückzahlbare Finanzhilfe von höchstens 143500 Euro (rund 2,24 Mio. N$) zur Verfügung zu stellen. Ferner habe man sich verständigt, dass die Freie Hansestadt Bremen zusätzlich 15727,89 Euro (ca. 245355 N$) beisteuert. Nach Abzug gewisser Abgaben sollen der namibischen Hauptstadt in den Jahren 2019, 2020 und 2021 Gelder in Höhe von insgesamt 128600 Euro (rund 2 Mio. N$) überwiesen werden, um die Umsetzung des Pilotprojekts zu finanzieren.

Bei DEWATS handele es sich um ein modulares System zur Abwasserbehandlung, das sich der Schwerkraft behelfe und ohne Elektrizität auskomme. Das Pilotprojekt soll zunächst eine Gemeinschaft bestehend aus 40 Haushalten mit jeweils rund fünf Personen am nordwestlichen Stadtrand Windhoeks bedienen. Das geplante Toilettensystem benötige lediglich zwei Liter Wasser für eine Spülung, was bei einer integrierten Abwasseranlage den Verbrauch enorm reduziere. „Ein ähnliches System wurde im südafrikanischen Durban - ebenfalls eine Partnerstadt Bremens - errichtet und es heißt, die Anlage funktioniere gut“, wird in den Unterlagen der Stadtratssitzung erklärt.

„Die informellen Siedlungen breiten sich unkontrollierbar aus“, heißt es. Der im Februar vergangenen Jahres gemeldete Ausbruch von Hepatitis E und die „politischen“ Versprechen, jeden Bürger sanitär zu versorgen, setzen Windhoek zunehmend unter Druck. Allerdings ist sich die Stadtverwaltung darüber im Klaren, dass es „Jahre oder sogar Jahrzehnte“ dauern werde, alle informellen Wohngebiete zu „formalisieren“, beziehungsweise mit Diensten wie Müllabfuhr und Kanalisation zu versorgen. „Eine dezentralisierte Anlage kann aber schnell errichtet und schließlich in neue Infrastruktur integriert werden“, so die Stadt.

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