14 Juni 2019 | Leserpost

Glas kontra Plastik

Betr.: Weniger ist mehr (WAZon 7. Juni)

Diesen Artikel habe ich dreimal gelesen, weil der sehr interessant ist. Die Idee von Frau Boehm ist nicht neu, aber effektiv, Gegenstände / Sachen mehrfach zu gebrauchen.

Die Idee von Frau Reissner, Kunden kommen in ihren Laden und kaufen unverpackte Ware, in eigenen mitgebrachten Behältern, da stelle ich mir die Frage, welche Behälter das sind? Da kein Kunde schwere Glasschüsseln tragen möchte, bringen die Kunden doch höchstwahrscheinlich eigene Plastikbehälter mit.

OK, man hat die Plastikverpackung beim Kauf gespart, aber trotzdem ist Plastik in Gebrauch.

Frau Reissner, die folgenden Zeilen sind kein Angriff auf ihre Person, sondern sind eher als konstruktive Hinweise auf ihre Aussage „Wenn niemand mehr Wasser in Plastikflaschen kauft, werden diese irgendwann nicht mehr angeboten“, zu verstehen.

Man könnte dann ja auch sagen: „Wenn niemand mehr Softdrinks in Plastikflaschen/Metalldosen, Bier in Glasflaschen/Metalldosen, Wurst in Plastikverpackungen, Milch in Tüten kauft, werden diese irgendwann nicht mehr angeboten“. Nur, so einfach ist das nicht.

Was haben Leute nur für ein Problem mit Wasser in Plastikflaschen?

Von Softdrinks in Plastikflaschen / Metalldosen, Bier in Metalldosen, Wurst in Plastikverpackungen, Milch in Tüten, spricht niemand.

Wäre es besser Kunden kommen mit ihrer eigenen Plastikflasche/Glasflasche in einen Supermarkt, gehen zu den Wassertanks und füllen ihre mitgebrachten Flaschen, so wie das jetzt schon in einigen Supermärkten gehandhabt wird?

Man sollte sich mal Gedanken über die Hygiene dieser Wasserhähne machen, nicht alle Kunden haben saubere Hände / Flaschen?

Ich warte mit Spannung auf den nächsten Hepatitis Outbreak hier in Windhoek.

Dazu möchte ich ihnen einmal eine kurze Auflistung zwischen Glas- und Plastikflaschen geben, in tabellarischer Form. Nennen wir das einfach mal „kleine Ökobilanz“.

Glas Plastik Gewinner

kann bis zu max. 50x neu befüllt werdenkann nur bis mal 20x neu befüllt werden Glas

hoher Energieeinsatz zur Glasherstellung (Öl, Gas)bis zu 1000 - 1600 Grad, je nach Glastyp Plastik wird bei max. 160 Grad hergestellt, wenig Energie nötigPlastik

hohe Herstellungskostengeringe HerstellungskostenPlastik

hohes Eigengewichtgeringes EigengewichtPlastik

hohe Transportkosten Gewicht, viel Dieselverbrauchniedrige Transportkosten (wenig Gewicht, wenig Dieselverbrauch)Plastik

Glasbruch möglich, (von einfacher Schnittverletzung bis zum Nähen von Schnittverletzung)kann nur Aufplatzen(keine Schnittverletzungen)Plastik

Geschmack von Bier, Wein, Softdrinks, kein GeschmacksverlustGeschmack von Wasser, Softdrinks keine Geschmackveränderung, in Supermärkten findet man keine Plastikflaschen die zwei Jahre oder länger im Regal stehenGleichstand

Hier ist aber auch die Lagerung zu Hause zu beachten, weder Glas- noch Plastikflaschen sollen in der Nähe von Reinigungsmitteln aufbewahrt werden. Am besten an einem kühlen (8-12Grad), dunklen Platz ohne direktes Sonnenlicht.

Gesundheitliche Bedenken bei Glasflaschen durch: Schmutz, Bakterien, Viren, usw. „Keine“gesundheitliche Bedenken bei Plastikflaschen durch sogenannte Weichmacher, chemische Stoffe bei Herstellung, usw. Mittlerweile haben die Flaschenproduzenten diese Mittel so reduziert, das keine Gesundheitsbedenken mehr bestehen

Recycling von Glas, Beispiel Bierflaschen:

Bei 50x Recycling, bedeutet das aber auch das ein Lastwagen 50x zur Sammelstelle fahren muss und wieder zurück. Alleine diese Fahrerei, 50 mal, ist schon eine große Umweltverschmutzung und ich rede hier nur von einem Lastwagen) zur Recyclinganlage.

Hoher Zeitaufwand, Dieselverbrauch, die Waschanlage muss ständig neues Wasser haben, Chemikalien-Einsatz, die gelösten Etiketten müssen entsorgt werden, die Flaschen müssen auf Abfallstoffen (viele Leute tun ihre Zahnstocher / Zigarettenkippen in Restaurants in die leere Flasche) untersucht werden,

Desinfizieren, neu auf Paletten stapeln, Paletten werden mit Plastikfolie ummantelt, und wieder Transport zum Abfüller usw.

Das alles bleibt bei der Einweg- Plastikflasche erspart. Gewinner: Plastikflasche

Diese „kleine Ökobilanz“ zeigt schon deutlich wo die Vorteile sind.

Die Umweltverschmutzung hat nichts mit Plastik-, Glas-, Papier usw. zu tun, das liegt bei den Leuten denen die Umwelt egal ist.

Keine Plastikflasche, Glasflasche, Metalldose, Plastiktüte oder sonstiger Abfall, wirft sich alleine an den Straßenrand, Fluss oder Ozean.

Da ist immer eine Person, die zu faul und ignorant ist ihren Abfall mit nach Hause zu nehmen und anständig zu entsorgen.

Aber auch das vorhandene Recycling-System braucht weltweit noch viele, starke Verbesserungen, auch muss das Bewusstsein der Leute für eine saubere Umwelt verbessert werden.

Ingo Löb, Windhoek

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