31 Oktober 2018 | Wirtschaft

GIPF misst sich global

Unbeanspruchte Pensionskassenleistungen drastisch vermindert

Vor knapp 17 Monaten gelobte GIPF-Chef David Nuyoma eine sofortige Besserung bei der Abfertigung von Mitglieder-Forderungen und feierte den neu eingeführten transparenten Managementstil. Gestern erlaubte die staatliche Pensionsanstalt der Presse einen Einblick in die neuesten Entwicklungen.

Von Frank Steffen, Windhoek

Offensichtlich stolz, präsentierte der Geschäftsführer der staatlichen Pensionskasse GIPF, David Nuyoma, gestern der Presse ein Vorbild der massiven Publikationen, in denen der GIPF im Jahre 2015 auf unbeanspruchte Pensionsleistungen hingewiesen hatte. „Wir können uns langsam global messen. Damals bestand unsere Liste aus knapp 12000 Namen und mussten wir die Öffentlichkeit und die Medien um Hilfe bitten, damit wir diese Ansprüche an den Mann bekommen. Im Vorjahr waren es nur noch 3000 Namen, bzw. teilweise auch neue Namen. In unserem neuesten Heft drucken wir nur noch knapp 1200 Namen ab“ freute sich der GIPF-Chef, der bereits vor 17 Monaten angekündigt hatte, dass sich der Fonds an internationalen Normen messen müsse.

Auf Nachfrage der AZ bestätigten der GIPF-Betriebsleiter Elvis Nashilongo sowie der Leiter der Rechtsabteilung, Melki-zedek Uupindi, dass die Gelder in der Tat an die Begünstigten ausgezahlt werden konnten und nicht an den Treuhandfonds des Justizverwalters weitergereicht wurden.

Laut Nuyoma würden mittlerweile die meisten Auszahlungen binnen 25 Arbeitstagen abgehandelt, wozu die normale Pensionierung sowie die Frühpension, aber auch Kündigungen, Entlassungen und Personalreduzierungen gehörten. „Im Falle von Behinderungen oder Krankheitsfällen dauert die Bearbeitung der Fälle noch bis zu 30 Tage, doch dauerte die Abfertigung der erstgenannten Fälle früher grundsätzlich 30 Tage und länger. Sogar die Beerdigungsversicherung zahlen wir nun binnen 24 Stunden aus - das dauerte vorher mindestens 48 Stunden“, meinte Nuyoma.

Dass die Auszahlung einer Lebensversicherung weiterhin mindestens 12 Monate dauert, begründete Nuyoma damit, dass das Pensionsgesetz aus dem Jahre 1956 eine angemessene Zeit einräume, in der sich die Angehörigen melden und somit ihre Forderungen bekanntmachen könnten. Doch hätte der GIPF-Aufsichtsrat beschlossen, mindestens einen Teil der Ansprüche binnen drei Monaten an die ihnen bekannten Familienangehörigen auszuzahlen „damit nicht die ganze Familie unter den sich dahinschleppenden Formalitäten leiden muss“. Lebensversicherungen, die von Todesfällen nach der Pensionierung herrührten, würden indessen binnen 30 Tagen ausgezahlt.

Trotzdem sei der Fonds nicht bei seinem Ziel angelangt. „Die kontinuierliche Aktualisierung der persönlichen Daten aller Kassenmitglieder ist unsere größte Herausforderung, denn die Angestellten vergessen immer wieder, ihre sich verändernden Familienumstände in Acht zu nehmen und bspw. die dazugekommenen Kinder in ihre Listen aufzunehmen. Mithilfe der modernen Technik wollen wir nicht nur die Zahlungen an die Angehörigen beschleunigen, sondern unsere Fondsmitglieder dazu zu bringen, jedes Jahr ihre Datei zu aktualisieren“, betonte Nuyoma.

Der GIPF trachte laut Nuyoma ständig danach die Prozesse zu verbessern und zu vereinfachen. Daher würde der elektronische Zugang weiter entwickelt und die Medien mit in die Entwicklung einbezogen. Der Fonds habe durch die Einführung einer mobilen Einheit - demnächst soll ein zweites Fahrzeug in Betrieb genommen werden - einen besseren Zugang in die ländlichen Gebiete, wodurch „wir unseren Kunden und Mitgliedern gemäß unseres Mottos ‚Right - Fast - Humane‘ besser dienen können“.

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