30 März 2009 | Afrika

Gewinnmitnahmen stoppen Rally

Die Tagesverlierer waren vor allem Bergbau- und Bankaktien. Wie so oft haben die internationalen Märkte wieder einmal die Richtung für die regionalen Märkte vorgegeben. Nach einer tagelangen Kursrally im Wochenverlauf hätten die Marktteilnehmer kurz vor dem Wochenende einfach Gewinne mitgenommen, sagten Händler. Noch am Vortag waren die internationalen Börsen mit der Hoffnung auf ein Abflauen der Wirtschaftskrise mit starken Kursgewinnen aus dem Handel gegangen. Ein mit Spannung erwartetes Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama mit Topmanagern der amerikanischen Finanzbranche habe nicht die erhofften Impulse für den Börsenhandel geben können, sagte ein Marktbeobachter. Im Gegenteil: Nach öffentlichen Stellungnahmen einer ganzen Reihe von Bankenchefs im Anschluss an das Treffen mit Präsident Obama waren die Kurse großer US-Finanzkonzerne deutlich abgerutscht.

Trotz der kräftigen Gewinnmitnahmen bleiben die Experten für die Kursentwicklung in den kommenden Handelstagen aber eher optimistisch eingestellt. Die jüngsten Konjunkturdaten würden erste Zeichen einer Erholung der US-Wirtschaft andeuten, hieß es von Analysten. Zum Wochenschluss hatte sich das Konsumklima der Uni Michigan überraschend deutlich aufgehellt. Außerdem meldete das Handelsministerium kurz vor dem Börsenstart für den Februar den zweiten Anstieg der Konsumausgaben in Folge. Von dieser Aussicht dürften auch die regionalen Märkte weiter profitieren, die seit dem 9. März (dem Datum, an dem die US-Börsen ihr vorläufiges Tief markiert haben) rund 20 Prozent zugelegt haben. "Es bleibt weiterhin schwierig, die kurzfristige Richtung des Marktes zu prognostizieren. Sollte es dem JSE-Allshare-Leitindex gelingen, die Marke von 21655 Punkten zu durchbrechen, könnte der Aufschwung in Richtung 23000 Punkte weitergehen", so eine aktuelle technische Analyse von BOE Stockbrokers.

Im Falle einer weiteren Erholung an den Börsen spricht nach Ansicht von technischen Analysten einiges dafür, dass zumindest ein zwischenzeitlicher Boden an den Märkten erreicht sein könnte. Professionelle Investoren wissen allerdings nur zu gut, wie schwierig Aussagen über eine Bodenbildung an Aktienmärkten sind und dass man dabei gehörig daneben liegen kann. "Man weiß erst im Nachhinein, wann die Bodenbildung tatsächlich eingetreten ist", so die meisten Experten übereinstimmend.

"Die Rezession ist eingepreist. Weitere Kursverluste sind nur im Falle einer Depression gerechtfertigt", so die Meinung eines renommierten amerikanischen Analysten. Zudem seien die US-Börsen Anfang März auf ein Niveau gefallen, bei dem es wichtige Unterstützungslinien gebe. Beim Tagestief des marktbreiten S&P-500-Index von 666 Punkten sei die letzte Luft aus der seit über einem Jahrzehnt währenden Aktienblase entwichen. "Die auf dem amerikanischen Aktienmarkt im Jahr 1995 begonnene Blase scheint vollständig zurückgebildet worden zu sein." Der eiserne Griff des Bären habe sich merklich gelockert.

Die meisten hiesigen Analysten gehen davon aus, dass sich der Auftrieb an den Märkten mittelfristig im Rahmen einer Bärenmarktrally fortsetzen könnte. Einige empfehlen Anlegern daher auch, von defensiven Titeln in stark abgeschlagene zyklische Aktien umzuschichten. Von einer endgültigen Trendwende will aber bislang niemand sprechen.

"Eines ist sicher: Die Diskussion, ob die Aktienkurse in diesem Monat tatsächlich den Boden erreicht haben oder nicht, wird weitergehen. Wenn das zurückliegende Jahr eines gezeigt hat, dann dass der Aktienmarkt stets für unvorhergesehene Drehungen und Wendungen gut ist", kommentierte die FAZ jüngst.

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