20 Oktober 2021 | Politik

Gesundheitsministerium fordert Legalisierung der Abtreibung

Nangombe: Sicherheit und Menschenrechte der Frauen garantieren

Am zweiten Tag der Anhörungen zum Abtreibungsgesetz im Parlament hat sich das Gesundheitsministerium hinter die Gegner der Gesetzgebung gestellt. Diese müsse zugunsten einer Legalisierung reformiert werden.

Von Jana-Mari Smith und Katharina Moser, Windhoek

Das namibische Gesundheitsministerium drängt die Regierung, sichere Abtreibungen in Namibia zu legalisieren. Dies ist das Ergebnis des zweiten Tages der Anhörungen im Parlament. „Es ist die Ansicht des Ministeriums, dass die momentane Gesetzgebung nicht mehr zeitgemäß ist und daher reformiert werden muss“, so Direktor Ben Nangombe. Das Gesetz entspreche nicht mehr den Zielen, zwecks deren es eingerichtet wurde. Der namibische Gynäkologe Dr. David Emvula gab an, noch immer stürben Frauen an unsicheren illegalen Abtreibungen in Namibia. Laut Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in Ländern mit einem Verbot der Abtreibung die Zahl der unsicheren Abtreibungen fast doppelt so hoch. Nangombe begründete die Stellungnahme des Ministeriums unter anderem mit der Bedeutung unsicherer Abtreibungen für die öffentliche Gesundheit, das Recht zur sexuellen und reproduktiven Sicherheit von Frauen und den Schutz des Lebens von Frauen. Studien zeigen, dass unsichere Abtreibungen zwischen 12 und 16 Prozent der Todesfälle von Müttern ausmachen und 20 Prozent der Komplikationen bei der Geburtshilfe gehen darauf zurück. „Es ist das Menschenrecht der Frauen, ihre Fruchtbarkeit und Sexualität ohne Zwang zu kontrollieren“, sagte Nangombe. Die reproduktive Freiheit gebe Frauen das Recht, „zu wählen, ob sie Kinder gebären wollen oder nicht, einschließlich des Rechts, zu entscheiden, eine ungewollte Schwangerschaft fortzuführen oder zu beenden, und des Rechts, die Familienplanung zu anzuwenden“. Nangombe sagte auch, dass die WHO Namibia aufgerufen habe, die Angelegenheit sicherer Abtreibungen anzugehen.

Emvula betonte, Zahlen, die über einen Monat hinweg im September im Katutura-Krankenhaus dokumentiert wurden, zeigen, dass mehr als 70 Prozent der geburtenbezogenen Patienten mit Fehlgeburten verbunden waren. Es sei wahrscheinlich, dass einige davon auf Abtreibungsversuche zurückgehen.

Andere Statistiken zeigen, dass zugängliche Dienste der Familienplanung, einschließlich der Möglichkeit einer sicheren Abtreibung, die Zahl der schwangerschaftsbezogenen Todesfälle drastisch absenkt. Kriminalisierung hingegen ende in unsicheren Abtreibungen, dem Entsorgen von Babies (baby dumping) und hohen Sterblichkeitsraten für arme und junge Frauen. Emvula äußerte sich auch zu der Frage, ab wann „Leben beginnt“. Es gebe keinen Konsens, doch in Kliniken gehe man von dem Punkt „in Wochen und Gewicht, gewöhnlich etwa 500 Gramm“, aus, „bei dem ein Baby, wenn es geboren werden sollte, wiederbelebt werden könnte“.

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