08 April 2019 | Lokales

Gesprächskreis gegründet

Deutschsprachige Namibier wollen Nationenbildung fördern

Der in Swakopmund gegründete Gesprächskreis deutschsprachiger Namibier will sowohl innerhalb der deutschsprachigen Gemeinschaft als auch gegenüber anderen Sprach-, Kultur- oder Interessengruppen, Verständnis, Akzeptanz und gegenseitiges Vertrauen im Sinne der Nationenbildung fördern.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund

Der Gesprächskreis soll nicht nur ein Sprachrohr für alle deutschsprachigen Namibier darstellen. „Wir wollen vielmehr ins Gespräch über wesentliche, landespolitische Themen kommen und diese offen diskutieren“, sagte Joachim von Wietersheim im Gespräch mit der AZ.

Die Vereinigung besteht zurzeit aus acht deutschsprachigen Swakopmunder Gründungsmitgliedern: Joachim, Anton und Monika von Wietersheim, Gerhard und Andree-Jeanne Tötemeyer, Klaus-Peter Tietz, Eckhart Mueller und Hans-Volker Gretschel. „Der Gesprächskreis versteht sich als Forum deutschsprachiger Namibier, die Namibia als ihre Heimat betrachten und ihre Zukunft mit diesem Lande verbinden“, so Joachim von Wietersheim weiter.

Laut von Wietersheim will der Gesprächskreis mit anderen deutschsprachigen Vereinen zusammenarbeiten, sei es beispielsweise der Deutsche Kulturrat oder die Namibisch-Deutsche Stiftung für kulturelle Zusammenarbeit (NaDS). „Zu all den wesentlichen und wichtigen Themen wollen wir uns mit relevanten Interessensvertretern unterhalten“, erklärte er.

Aktuell gibt es den Gesprächskreis lediglich in Swakopmund, doch es besteht die Vorstellung, dass sich weitere Foren dieser Art landesweit etablieren, die sich wiederum untereinander austauschen und „im Gespräch bleiben“. Somit soll die Beteiligung einer möglichst großen Zahl Deutschsprachiger erreicht und eine größere Wirksamkeit und Anerkennung erzielt werden.

„Der Gesprächskreis ist aus der Wahrnehmung heraus entstanden, dass die deutschsprachigen Namibier am gegenwärtigen öffentlichen Geschehen als Sprach- und Kulturgruppe im Lande kaum noch aktiv und wirksam teilnehmen“, sagte von Wietersheim. Es bestehe sogar der Eindruck, dass sich die Deutschsprachigen zunehmend aus der öffentlichen Diskussion und dem öffentlichen Leben heraushalten und nur innerhalb ihren eigenen kulturellen und bildungspolitischen Institutionen und Veranstaltungen agieren würden. Dies habe zur Folge, dass eine gemeinschaftliche Stellungnahme der Deutschsprachigen zu vielen öffentlichen Themen und Debatten fehle – seien diese von historischer, tagespolitischer oder entwicklungspolitischer Art.

Nachdem sich der Gesprächskreis im vergangenen Jahr gebildet hat, haben die Mitglieder vor kurzem auch mehrere Zielsetzungen verabschiedet: So werde zum Beispiel „bei Meinungsverschiedenheiten im vielseitigen Neben- und Miteinander der verschiedenen Sprach- und Kulturgruppen der intensive Gedankenaustausch gesucht, um durch die Hervorhebung des Gemeinsamen zu einer Einigung zu finden“.

Ferner will der Gesprächskreis die Bereitschaft und Fähigkeit fördern, sich als Deutschsprachige den Mitbürgern zuzuwenden, ihnen zuzuhören sowie Verständnis und Respekt für ihr Denken und ihr Empfinden zu entwickeln. Dieses soll laut von Wietersheim aber auch im Kreis der Deutschsprachigen selbst geschehen.

Der Gesprächskreis erörtert außerdem regelmäßig relevante politische, soziale, wirtschaftliche oder andere Themen der öffentlichen Diskussion, erarbeitet eine gemeinsame Stellungnahme und will diese gegebenenfalls auch veröffentlichen. Auch will der Gesprächskreis gegenüber den Medien, öffentlichen Institutionen und Organen sowie anderen Interessensgruppen, seine eigenen Interessen im Sinne seiner Zielsetzungen vertreten.

Interessierte können sich mit Fragen oder Anregungen per E-Mail an [email protected] werden.

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