29 April 2016 | Politik

Gespräche „ohne Geheimnisse“

Von Stefan Fischer, Windhoek/Berlin


Nach dem Kennenlernen in Windhoek im Dezember 2015 hat diese Woche das zweite Treffen der von beiden Regierungen eingesetzten Sondervermittler, Zed Ngavirue (Namibia) und Ruprecht Polenz (Deutschland), stattgefunden. Dazu habe sich diese Woche eine namibische Delegation in Berlin aufgehalten, erklärte der deutsche Botschafter in Windhoek, Christian Schlaga, gestern Nachmittag.


Die namibischen Gäste seien von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sowie von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zu Gesprächen empfangen worden. Dies sei eine Beleg dafür, dass die Verhandlungen auf deutscher Seite „mit großer Ernsthaftigkeit“ betrachtet und „von höchster politischer Ebene unterstützt“ würden, sagte Schlaga. Der Botschafter sprach von einer „positiven Atmosphäre“ und bezeichnete die Treffen als „insgesamt erfolgreich“. „Es waren sehr klare und direkte Gespräche und keine geheimen Verhandlungen“, so der Diplomat. Die nächste Zusammenkunft soll im Juni in Windhoek stattfinden; bis dahin hätten die Beteiligten Gelegenheit, das aufgestellte Papier zu studieren. Schlaga wiederholte, dass das erklärte Ziel der Verhandlungen darin bestehe, eine „win-win-situation für beide Länder zu erreichen“.


Nach einer Pressekonferenz, die am Mittwoch in Berlin stattgefunden hat, berichtete die Nachrichtenagentur dpa mit Berufung auf Polenz, dass die Bundesregierung „die Verhandlungen mit Namibia (...) bis zum Jahresende abschließen“ wolle. Botschafter Schlaga bestätigte dies und nannte es ein „ambitioniertes Ziel“. Deutschland wolle die Sache noch vor den Bundestagswahlen (2017) abgeschlossen haben.


Die dpa berichtete auch: „In einer gemeinsamen Erklärung will sich Deutschland für Gräueltaten in den Jahren 1904 bis 1908 (...) entschuldigen. (...) Der Begriff Völkermord soll auch in der gemeinsamen Erklärung auftauchen.“ Ob die Bundesregierung an einer Entschuldigung arbeitet, wollte der Botschafter nicht bestätigen, sagte aber, dass dies „Teil der Verhandlungen“ und im richtigen Kontext nicht ausgeschlossen sei. „Wir blicken nach vorn, um zu einer gemeinsamen Grundlage einer Entschuldigung zu kommen, die in beiden Ländern akzeptiert wird“, so Schlaga.


Während der Verhandlungen werde auch über „mögliche Sonderunterstützung“ gesprochen, sagte der Botschafter auf die AZ-Frage zu Gesprächen über etwaige finanzielle Entschädigungen. Weitere Details gab es dazu jedoch nicht.

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