09 Dezember 2002 | Lokales

Gespenstische Stimmung im Caprivi

Ein erneuter Blick auf die Uhr: 8.07 Uhr: Die totale Sonnenfinsternis. Es breitet sich ein überwältigendes Gefühl von etwas wahrhaft Außerirdischem aus. - Wer vor wenigen Tage das alles live im Norden Namibias miterlebt hat, der wird diese Minuten, die zum Schluss in Windeseile in Sekunden übergehen, nie mehr in seinem Leben vergessen. Eine Minute vor der totalen Verfinsterung ein merkbarer Temperaturabfall, der kurz vorher nicht zu überhörende Fischreiher ist verstummt, die Frösche quaken nicht mehr, das Zirpen der Grillen hat aufgehört, am dunklen Himmel taucht als erstes der Jupiterstern auf. Ein total verrücktes Phänomen, bei dem sich bei vielen Beobachtern die Nackenhaare sträuben.

Um das nun alles zu erleben, hatten sich Tausende zu einer regelrechten Pilgerfahrt in den Caprivizipfel aufgemacht, denn an einem gegebenen Standort auf der Erde ereignet sich durchschnittlich einmal in 360 Jahren eine totale Sonnenfinsternis, die letzte am 11. August 1999 in Europa.


Um im Schatten des Mondes stehen zu können, hatte Carsten Möhle mit seiner Frau und einer größeren Zahl von Mitarbeitern ein Sonnenfinsterniscamp im Caprivi, 17 Kilometer hinter Singalamwe, dicht hinter dem Polizei-Kontrollpunkt errichtet. Alle Besucher reisten schon einen Tag vorher an, um die afrikanische Abendstimmung zu genießen. Carsten Möhle schätzt, dass mehr als 2000 Menschen diesem Spektakel beigewohnt haben. Möhle hatte sich für das "Dreiländereck" Sambia, Namibia, Angola (Kwando) entschieden, "weil auf Grund der hohen Düne die fliegenden Schatten am besten zu sehen sind." Und er sollte recht behalten.


Dafür waren ihm auch Hans-Jürgen Schmid (38), Physiker aus München- Eichenau, und seine Frau Gisela Leiser-Schmid (36), Tierärztin, sowie der als Arzt (Internist) am Bodensee in Deutschland tätige Hans-Klaus Etspüler (43) mit seiner Lebensgefährtin Liane Simmel (37), Ärztin für Sportmedizin, ebenso dankbar wie der 38jährige Reisebusfahrer Siggi Behrens (38) aus Düsseldorf.


Sie kamen extra aus Sambia angereist, alle fünf hatten noch das Erlebnis der Sonnenfinsternis von 1999 aus Deutschland in schlechter und weniger schlechter Erinnerung. Sie fieberten dem Ereignis im Caprivi voller Ungeduld entgegen. Und als eine Stunde vor dem großen Spektakel eine dichte Wolkendecke aufzog, packten Gisela Leiser-Schmid und ihr Mann ihr Reisegepäck schnell zusammen. Ihr Ziel: Angola. Wenige Minuten später lichtete sich der Himmel. Die Schmids blieben, hatten es erneut eilig, besonders Hans-Jürgen, er musste seine Kamera mit Stativ noch schnell in Position bringen.


Was war das dann für ein Jubel: Ringsum langen sich die Menschen in den Armen, als die ersten Sonnenstrahlen wieder hinter dem Mond auftauchten. Der Spuk war zu Ende, die lange Fahrt an den Caprivi hatte sich gelohnt.





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