29 März 2018 | Meinung & Kommentare

Gesinnung bedarf eines Upgrades

Es ist einfach schade. Namibia ist ein einmaliges Tourismus-Ziel, aber für manche Besucher ist die Ankunft hierzulande alles andere als ein zusagendes Erlebnis. Beim Flugplatz in Walvis Bay, der ironischerweise gerade vor kurzem modernisiert wurde, funktioniert das Gepäckförderband nun schon länger nicht. Die Situation ist eigentlich nur noch peinlich.

Laut einem Namibia-Besucher, der vor kurzem dort landete, standen die restlichen Fluggäste nur kopfschüttelnd um das nichtfunktionierende Gepäckförderband. Garnichtmal weil es kaputt ist, sondern viel mehr wegen des unprofessionellen Auftretens der anwesenden Arbeiter.

Es gab nirgends einen Hinweis und Besucher wurden auch nicht vorher über die Situation informiert. Resignierend standen die Menschen um das Band und hofften auf bessere Zeiten. Dass dann plötzlich ein Bakkie mit einer Kofferladung in das Terminal fährt, ist schon recht merkwürdig.

Hinzu kommt natürlich, dass die Ankunft in Namibia ohnehin zum Frust geworden ist. Vor allem seitdem die elektronische Erfassung von Personaldaten eingeführt wurde. Der Check-in bei der Passkontrolle beansprucht inzwischen viel Geduld. Dass man als Besucher auch noch lange auf das Gepäck warten muss, strapaziert die Nerven zusätzlich.

Diese Situation wird nebensächlich, wenn man das Gesamtbild betrachtet. Besucher berichten regelmäßig von unfreundlichem Bodenpersonal, das sich mehr mit dem Mobiltelefon beschäftigt als mit der Arbeit. Erst kürzlich berichtete eine Person von drei Beamten, die bei der Gepäckkontrolle vor dem Schirm saßen und mit ihren Handys beschäftigt waren - keiner schaute auf den Schirm und beobachtete den Inhalt der Koffer.

Die obengenannte Situation erstaunt auch keinen mehr; die meisten Flughafenbesucher kennen diese Misswirtschaft und richten sich von vornherein darauf ein. Manchen Touristen trägt dies zum namibischen, bzw. afrikanischen, Flair bei.

Schade bleibt dabei, dass zwar der Flugplatz einen „Upgrade“ bekommen hat, aber der Alltag nicht.

Von Erwin Leuschner

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