16 November 2020 | Natur & Umwelt

Gesetzesänderung angestrebt

Holzkohlenbrenner für den Großteil aller Veldbrände verantwortlich

Geschätzte 70 Prozent aller Veldbrände der vergangenen Monate wurden durch rücksichtslose Holzkohlenbrenner ausgelöst. Die Regierung will daher das Forstwirtschaftsgesetz ändern: künftig können dann Holzkohlebrenner strafrechtlich verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werden.

Von Erwin Leuschner, Okaukuejo

Es wird in absehbarer Zukunft strenge Regeln und Richtlinien für Köhler geben. „Es herrscht unter Holzkohlenbrennern eine Art der Entspannung und sie wollen keine Verantwortung übernehmen“, sagte Pohamba Shifeta, Minister für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus, vor kurzem im Gespräch mit den Medien.

Aus diesem Grund sei das Ministerium aktuell damit beschäftigt, eine Änderung im entsprechenden Fortwirtschaftsgesetz vorzunehmen. Nicht nur würden dann strenge Regeln für Holzkohlenbrenner gelten, es werde auch „eine strafrechtliche Norm“ geben. „Holzkohlenbrenner, die rücksichtslos sind, können mit einer kriminellen Anzeige rechnen oder einem Zivilverfahren“, sagte Shifeta und ergänzte: „Sie müssen verantwortlich gehalten werden.“

Ihm zufolge wurden 70 Prozent aller Veldbrände in diesem Jahr durch Köhler ausgelöst - besonders betroffen seien die Regionen Otjozondupda, Kunene, Kavango, Otjikoto und Omaheke. Das Ministerium habe „viele Beschwerden erhalten“ und werde daher reagieren. Betroffen von einem schweren Veldbrand sei auch der Etoscha-Nationalpark, in dem ein Feuer 15 Tage lang gewütet habe. Mehr als 2 200 Quadratkilometer - besonders im Osten des Parks - sind abgebrannt (AZ berichtete). „Dieses Feuer wurde außerhalb des Parks durch Holzkohlenbrenner ausgelöst“, sagte Shifeta dazu.

Obwohl das Ministerium den dortigen Farmern beim Löschen des Brandes geholfen und für diesen Zweck auch Ausrüstung bereitgestellt hat, hat sich der Veldbrand verbreitet. Die Farmer hätten keine Nachuntersuchung gemacht, um sicherzustellen, dass schwelende Baumstämme keinen erneuten Brand auslösen. „Es muss sichergestellt werden, dass glimmende und schwelende Hölzer gänzlich gelöscht werden. Sonst kann ein Feuer mit dem Wind wieder entfachen“, sagte der Minister.

Laut Shifeta wollte das Ministerium ohnehin Teile in Namibias bekanntesten Nationalpark in Brand setzen. Dies sei in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Weidezwecke gemacht worden. „Sobald es regnet, wird es somit wieder gute Weide geben“, sagte Shifeta. Es seien im Park aber keine wertvollen Tiere verloren gegangen, lediglich kleinere Tiere wie Mäuse oder Schlangen, die nicht rechtzeitig vor dem Brand entkommen konnten, seien den Flammen zum Opfer gefallen. „Das ist ein Teil der Natur“, so Shifeta.

Außerdem seien lediglich einige Strompfeiler beschädigt worden, die der Stromversorger NamPower inzwischen repariert habe. „Wir konnten den Brand durch Gegenfeuer unter Kontrolle bekommen“, sagte der Minister abschließend.

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