18 Juni 2020 | Tourismus

Geschäftspraktiken hinterfragt

Verkauf eines Tourismusbetriebs hat Nachspiel für ehemaligen Eigentümer

Der ehemals im Tourismussektor tätige Werner Beddies, wollte durch den Kauf des Betriebs von Namibia Reservations, dessen Internetbetrieb mit den weiteren Reiseveranstaltungsaktivitäten des eigenen Betriebs fusionieren. Die Verschmelzung führte scheinbar ins finanzielle Aus und hat für den Verkäufer des Betriebs unliebsame Folgen.

Von Steffi Balzar

Windhoek

Die AZ erhielt bereits wiederholt Hinweise, dass der im September des vergangenen Jahres tödlich verunglückte Geschäftsmann, Werner Beddies, angeblich Geld veruntreut haben soll. Beddies war zu Lebzeiten Eigentümer des Tourismusunternehmens „Safari - An African Experience“. Die Firma soll häufig als Dienstleister von großen Reiseveranstaltern in Deutschland für Busreisen in Anspruch genommen worden sein. Es häufen sich Behauptungen, laut denen Kunden Vorleistungen abgefordert worden waren, ohne dass das Geld an die Gastbetriebe weitergeleitet worden war.

Ein Reiseleiter hatte im September 2019 WhatsApp-Korrespondenz vorgelegt, als er eine Busreise für die Firma begleitete. Es kam zu Konfrontationen mit verschiedenen Unterkunftsbetreibern, nachdem Buchungen unbezahlt geblieben waren - das betroffene Reiseunternehmen aus der Schweiz musste aushelfen. Gäste mussten teilweise Eintrittsgebühren nochmals selbst zahlen und der Reiseleiter blieb gänzlich unbezahlt.

Recherchen ergaben, dass es einem großen deutschen Reiseveranstalter ähnlich erging, obwohl dieser seit 2016 einwandfrei mit Beddies und seinem Unternehmen zusammengearbeitet hatte. Ab Mai 2019 sei es zu Zahlungsdisputen gekommen und so seien Gäste wiederholt von ihrer angeblich reservierten Unterkunft abgewiesen worden. Beddies habe dies dann in letzter Minute korrigiert. Das Reiseunternehmen kündigte letztendlich die Zusammenarbeit, bekam aber nie seine Vorauszahlungen an Safari - An African Experience rückerstattet - es musste andere namibische Betreiber in Anspruch nehmen und erneut zahlen. Ihr Anwalt hielt eine Forderung an den Nachlass für unsinnig. Indessen soll dies unter deutschen Reiseunternehmen kein Einzelfall gewesen sein.



Namibia Reservations

In einem weiteren Schreiben an die AZ, fiel Beddies' Name auch in Zusammenhang mit der Firma Namibia Reservations (NR) – diese war 2002 von Mark Mücke gegründet worden. Beddies hatte seit Juli 2018 mit der Firma zu tun, doch bleiben die Geschäftsverhältnisse teilweise ungeklärt. Laut dem Schreiben der Kundin aus Südafrika, hatte sie im August 2019 eine Reise über NR gebucht gehabt und sämtliche Kosten bezahlt. Auf Nachfrage sei ihr versichert worden, dass alles in Ordnung sei – man habe das Geld erhalten, doch danach blieben Mails und Telefonanrufe unbeantwortet. Die Gästebetriebe bestätigten ihr zwar die Buchungen aber keine Zahlungen. Letztendlich bekam sie vom Namibia-Tourismusrat (NTB) Bescheid, dass die Firma geschlossen sei.

Die Nachfrage führte allerdings zu einem Treffen zwischen NTB und Mücke, im Beisein seines Anwalts. Laut Mücke war er demnach durch den Verkauf seines Betriebs von allen finanziellen Pflichten entbunden worden. Mücke sei als Mitarbeiter tätig geblieben. Nach Beddies' Tod, sei seine Witwe nach Deutschland gezogen. Die Südafrikanerin wandte sich an die namibische Polizei und inzwischen ermittelt angeblich die Interpol.



Firmenstruktur

Weitere AZ-Nachfragen bei Mücke ergeben indessen, dass dieser in der Tat im Juli 2018 den Betrieb Namibia Reservations aus seiner gleichnamigen Firma an eine neu zu gründende Firma – The Africa Reservations Group (Pty) Ltd – abgestoßen hatte. Das geht aus entsprechenden Gerichtsunterlagen und Abkommen hervor, die sich teilweise auf mündliche Abkommen berufen. Demnach war Mücke zwar bedingter Teilhaber an der neuen Firma, doch war Beddies, der seine bestehenden Aktivitäten mit denen NRs verbinden wollte, für das Management zuständig.

Mücke wollte nach dem Verkauf seine Firma (eine CC) auflösen. Der Firmenbetrieb wurde von Otjiwarongo nach Windhoek verlegt, doch führte Beddies beide Firmen vorerst unter den Eigennamen fort. Mücke habe dabei unter dem Eindruck gestanden, dass die beiden Firmen zusammen unter die Holding-Gruppe fielen, heißt es in der Gerichtsunterlage, die Teil eines Disputs zwischen Mücke und einem Gästebetrieb ausmachen.

Beddies hatte in einem Schreiben die Fusion der Firmen unter dem Handelsnamen Pamwe bekanntgegeben, hatte aber auch angeblich damit begonnen, unter dem Firmennamen Namibia Reservations Buchungen anzunehmen und Vorleistungen zu verlangen. Er habe sich als alleiniger Firmeneigner ausgegeben. Ab März 2019 sei Mücke aufgefallen, dass Beddies den Kunden Vorleistungen im Namen von NR abverlangt und später das Geld benutzt hatte, seine eigene Firma am Leben zu halten.

Bei einem ersten Treffen zwischen Mücke, Beddies und dessen Frau, soll Beddies Mückes Vorschlag auf ein Gespräch mit den Kreditoren abgelehnt haben. Zu einem zweiten Treffen kam es nicht, da Beddies kurz danach im Autounfall umkam.

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